Nachgefragt
„Börsenmäntel bieten Reiz des Besonderen“

Fünf Fragen zum Thema Börsenmäntel an Sam Winkel, Vorstand der Carthago Capital Beteiligungen AG.

Wo liegt der Reiz der Mantelspekulation?

Aus Anlegersicht ist die Mantelspekulation interessant, wenn man den Reiz des Besonderen liebt und Geduld mitbringt. Viele Börsenmäntel zeichnen sich durch eine jahrelange Seitwärtsbewegung im Kurs aus, um dann, nach Abschluss der Manteltransaktion, einen starken Kursanstieg aufzuweisen. Dennoch muss der Anleger vorsichtig sein: Insbesondere bei Insolvenz- und Konkurswerten muss man sich bewusst sein, dass hohe Risiken schlummern. Nicht jeder insolvente Wert wird zum Börsenmantel, teilweise wird auch die Börsennotierung nach Abschluss des Insolvenzverfahrens eingestellt.

Wie sollte ein Anleger vorgehen, der sich dafür interessiert?

Das Besondere und zugleich Schwierige beim Börsenmantelgeschäft ist, dass es kein Beurteilungsschema zur Bewertung geben kann. Jede Gesellschaft hat ihre eigene Geschichte und in jeder Gesellschaft sind die ihr eigenen Probleme verborgen. Dem Anleger kann daher nur geraten werden, sehr vorsichtig zu investieren und sich ständig über den Stand der Dinge informiert zu halten.

Wie viele leblose Börsenmäntel gibt es derzeit und wie viele eignen sich zur Spekulation?

Insgesamt haben wir etwa 120 Werte ständig auf unserer Watchlist, hierunter befinden sich insbesondere Insolvenz- und Konkurswerte. Nur wenn absolut sichergestellt werden kann, dass ein Mantel innerhalb eines überschaubaren Zeitrahmens einem neuen Zweck zugeführt und absolut lupenrein übergeben werden kann und wenn der Einkaufspreis stimmt, wird dieser für uns interessant. Dies trifft bei Auswertung unserer Watchlist regelmäßig auf etwa ein Dutzend Werte zu. Diese werden dann abermals nach ihrer Güte strukturiert, so dass gemessen am Jahresschnitt 2005 etwa fünf Mäntel pro Jahr parallel bearbeitet werden können.

Über welche Aktien wird in ihrem Internet-Forum „boersenmantel.com“ derzeit am meisten spekuliert?

Häufig diskutierte Aktien sind Insolvenz- und Konkurswerte wie beispielsweise Trace Biotech, Porta Systems, WKM und Questos.

Hat die Einführung des Entry Standards im vergangenen Herbst die Nachfrage nach Börsenmänteln beschleunigt? Die Nachfrage nach Börsenmänteln ist seit der Einführung des Entry Standards deutlich angezogen. Der Entry Standard zeigt, dass es auch für mittelständische Unternehmen einen Platz an der Börse gibt. Ein Blick auf den Alternative Investment Market (AIM) in London lässt vermuten, dass der Entry Standard sich noch am Anfang seiner Entwicklung befindet und mit Sicherheit noch stark wachsen wird. Eines vermochte der Entry Standard jedoch jetzt schon zu bewirken, nämlich dass auch im überaus interessanten Bereich des Freiverkehrs mehr Interesse spürbar ist.

Die Fragen stellte Christian Schnell.

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