Nachgefragt
„Ein Mix der Anleihen streut das Risiko“

Oliver Borgis, Chefstratege im Bereich Renten bei der Weberbank, erklärt, für wen sich Anleihen eignen und von welchen Papieren man momentan besser die Finger lassen sollte.

Für welchen Anleger eignen sich Anleihen?

Anleihen sind ein Basisinvestment in jedem Portfolio. Staatsanleihen oder andere Bonds erstklassiger Bonität eignen sich natürlich für sicherheitsorientierte Anleger, die einen kalkulierbaren Ertrag haben wollen, wenn sie die Papiere bis zur Fälligkeit halten. Doch darüber hinaus sind sie auch für risikobewusstere Anleger interessant, weil sie das Depot stabilisieren.

Woran liegt das?

In der Regel entwickeln sich Anleihen und Aktien gegenläufig. In Zeiten fallender Aktienmärkte bieten Anleihen deshalb meist überproportionale Erträge.

Historisch gesehen sind aber vor allem bei Staatsanleihen die Renditen gering. Lohnt sich der Kauf der Papiere?

Langfristig betrachtet sind die Kapitalmarktzinsen niedrig, aber die Renditen der Staatsanleihen sind im vergangenen Dreivierteljahr zum Beispiel im zehnjährigen Bereich um fast einen ganzen Prozentpunkt geklettert. Das macht die Anleihen für viele Investoren wieder attraktiv. Und das Umfeld – wie sich bereits wieder abschwächende konjunkturelle Frühindikatoren und die eingepreisten Leitzinserhöhungen der Notenbanken – ist gut. Die Renditen könnten zwar noch etwas steigen, aber das Ende der Fahnenstange dürfte bald erreicht sein.

Gilt das auch für riskantere Anleihen wie Unternehmensbonds oder Schwellenländer?

Nein, hier ist die Lage kritischer. Staatsanleihen beenden gerade ihre Schwächephase; bei den so genannten Credit-Märkten, also Anleihen, die einen Renditeaufschlag auf Staatsanleihen bieten, ist es leider so, dass sie ihre erst Stärkephase beenden. Eine Stabilisierung der Staatsanleihen wird zwar auch diese Märkte stützen, aber generell sind leichte Kursverluste wahrscheinlich, weil – vor allem bei Unternehmensanleihen – schon viele positive Nachrichten in den Kursen enthalten sind.

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