Nachgefragt
„Für jeden Anlegertyp geeignet“

Sechs Fragen zum Thema Zertifikate an Martin Stötzel, Vorstand beim Vermögensverwalter Rhein Asset Management.

Für welche Anlegertypen sind Teilschutzzertifikate geeignet?

Solche Zertifikate sind für jeden Anlegertyp geeignet. Wie immer im Leben kommt es dabei auf die richtige Mischung an. Konservative Anleger mischen Garantiezertifikate in ihrem Portfolio bei, Investoren mit höherem Stresslevel können darauf verzichten.

Wie hoch sollte der Anteil von solchen Produkten im Depot sein?

Jeder Anleger sollte bei der Entscheidung über den Anteil von Teilschutzzertifikaten in seinem Depot entscheiden, bis zu welcher Schmerzgrenze er Verluste ertragen kann. So wie Airbags Autofahrer bei Unfällen vor Verletzungen schützen, mindern Zertifikate mit eingebautem Polster die Verluste der Anleger bei Kursrückschlägen. Aber den Unfall selbst können sie auch nicht verhindern.

Bonuszertifikate erfreuen sich bei Anlegern immer größerer Beliebtheit, weil sie einfach zu verstehen sind. Was sollten Anleger beachten?

Bonuszertifikate reagieren bis weit über die Hälfte der Laufzeit wie normale Indexzertifikate. Das ist in Haussephasen willkommen, aber bei Kursrückschlägen äußerst unangenehm. Denn obwohl die untere Schwelle noch 20 oder 30 Prozent vom aktuellen Kursniveau entfernt sein kann, entfaltet das Bonuszertifikat keine schützende Wirkung. Im Gegenteil: Die Verluste können sogar noch größer sein als im Index.

Woran liegt das?

Das liegt an den Optionen, die im Zertifikat eingebettet sind. Diese reagieren heftiger auf Kursrückgänge als einfache Optionsscheine. Denn der Wert der Option wird auf einen Schlag Null, sobald die untere Bonusschwelle nur einmal berührt wird.

Warum sind Airbag-Zertifikate aus der Mode gekommen?

Das mag an der wieder höheren Volatilität liegen. Dieser Zertifikate-Typ wartet insbesondere bei niedrigen Schwankungsintensitäten am Markt mit seinen Vorzügen auf: Kapitalerhalt für den Fall, dass eine Kursschwelle am Ende der Laufzeit nicht unterschritten wird und zum Teil überproportionale Beteiligung an Kursgewinnen.

Sind Airbag-Zertifikat nicht auch zu kompliziert?

Es gibt zwei Arten von Airbags. Diejenigen, die den Anleger immer besser stellen als den zu Grunde liegenden Index (echte Airbags) und diejenigen, bei denen der Anleger den gesamten Kursverlust des Index erleidet, wenn dieser am Ende der Laufzeit unter die vorher festgelegte Schwelle gefallen ist (digitaler Index). Da lohnt sich der Blick in den Verkaufsprospekt, auch wenn dies mühsam ist.

Die Fragen stellte Jürgen Röder.

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