Nachgefragt
„Gold und Platin werden wieder steigen“

Fünf Fragen zum Thema Gold- und Platin-Anlege an Markus Bachmann, Fondsmanager des Craton Capital Precious Metall Fund.

Gold ist im Mai binnen kurzer Zeit auf 730 Dollar geschnellt und dann ebenso rasch auf 550 Dollar abgestürzt. Was sind die Gründe dafür ?

Bei dem jüngsten Rückfall handelt es sich nicht um einen Absturz, sondern eine überfällige Korrektur. Wir dürfen nicht vergessen, dass Gold erst im Dezember 2005 zum ersten Mal seit 25 Jahren über 500 Dollar gestiegen war. Im Februar und März sprangen dann zahlreiche Trittbrettfahrer auf, und der Goldmarkt entwickelte eine Eigendynamik, die eine Korrektur unumgänglich machte. Ich war froh, als das geschah. Entwicklungen wie der plötzliche Schub auf 730 Dollar geben der Investmentklasse einen unseriösen Anstrich.

Wohin marschieren die Preise für Gold und Platin bis zum Jahresende?

Gold hat bei 550 Dollar ein wichtiges psychologisches und technisches Niveau gefunden und sich dort etabliert. Charttechnisch gesehen befindet es sich im Aufwärtstrend. Ich lege mich ungern auf genaue Zahlen fest. Allerdings bin ich sicher, dass Gold zum Jahresende höher als jetzt stehen wird, vielleicht bei etwa 700 Dollar. Auch Platin dürfte noch steigen. Dabei müssen aber stets Rückschläge in Kauf genommen werden.

Woher kommt dieser grundsätzliche Optimismus?

Zum einen wird die Minenproduktion nicht groß steigen. Auch werden Vorkommen nicht auf Knopfdruck erschlossen; so etwas dauert fünf bis sechs Jahre. Ebenso wichtig ist, dass Anleger mit Hilfe von Exchange Traded Funds nun ganz unmittelbar in Gold investieren können. Wenn Anleger künftig nur ein bis zwei Prozent ihrer Gelder in Gold umschichten, wird dies wegen des engen Marktes Auswirkungen auf den Goldpreis haben. Auch ist Gold ist zu einer Alternative für Papierwerte geworden, weil es ein eigenes Mittel der Kapitalsicherung ist. Und schließlich wollen die Zentralbanken einiger wachstumsstarker Schwellenmärkte die Abhängigkeit ihrer Währungsreserven vom Dollar verringern.

Hat Platin wegen seiner Doppelfunktion als Schmuck- und Industriemetall günstigere Aussichten als Gold?

Wir bevorzugen Gold, weil es hier viel mehr Unternehmen und damit auch Möglichkeiten gibt. Platin ist aber auf jeden Fall physisch eine gute Anlage. Ich bin überzeugt, dass es in den nächsten Jahr keine Substitution des Platins durch eine andere chemische Kombination geben wird und die Preise deshalb hoch bleiben werden.

Anders als bei den Technowerten können sie bei den Edelmetallen keine Blasenbildung ausmachen. Warum?

Die Situation ist nicht vergleichbar. Vor allem nach der jüngsten Korrektur waren viele Minenwerte so billig wie lange nicht mehr. Dividendenrendite oder Cash-Flow zum Beispiel sind oftmals hoch.

Die Fragen stellte Wolfgang Drechsler.

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