Nachgefragt
„Hedge-Fonds haben nicht enttäuscht“

Sieben Fragen zum Thema Hedge-Fonds an Thomas Della Casa, Anlagestratege RMF Investment Management

Welche Rolle spielen Hedge-Fonds im Universum der alternativen Investments?

Das weltweit investierte Hedge- Fonds-Volumen liegt gegenwärtig bei rund 1,3 Billionen US-Dollar. Etwa ein Viertel der Alternativ-Investments – also Leveraged Loans, Hochzinsanleihen, Emerging Markets High Yield und so weiter – entfallen auf die Hedge-Fonds-Branche. Allerdings ist ihr Anteil an den traditionellen Anlagebereichen immer noch sehr klein.

Was ist nach der zuletzt enttäuschenden Performance für die nächsten Jahre zu erwarten?

Einspruch! Im Vergleich zu traditionellen Kapitalanlagen haben Hedge-Fonds keineswegs enttäuscht. Man sollte nicht übersehen, dass der Auftakt in diesem Jahr fulminant war. Bis Ende April haben Hedge-Fonds Renditen erzielt wie seit fast zehn Jahren nicht mehr. Dann griffen aber im Mai Inflations- und Zinsängste sowie eine allgemeine Marktnervosität auf alle Märkte und Anlagekategorien über. Dieses Gewitter ist vorüber. Die Aussichten für Hedge-Fonds bleiben für den Rest des Jahres gut, besonders für Fonds mit der Strategie „Zinsarbitrage“ sowie für Multi-Strategie-Fonds.

Bei welcher Hedge-Fonds-Strategie gehen Anleger die geringsten Risiken ein?

Generell weisen Arbitrage-Strategien das geringste Risikoprofil auf. Das zeigt auch die entsprechende Rendite-Kennziffer, die Sharpe-Ratio.

Welche Hedge-Fonds-Produkte sind für die privaten Anleger am meisten geeignet?

Besonders geeignet erscheinen mir strukturierte Produkt wie Zertifikate oder aber recht breit diversifizierte Hedge-Fonds-Dachfonds, die je nach Risikoprofil des Investors mit einer Kapitalgarantie ausgestattet sein können.

Welchen Anteil sollten Hedge-Fonds in einem ausgewogenen Anlage-Portfolio heute einnehmen?

Wir empfehlen dem Anleger einen durchschnittlichen Anteil von etwa 20 Prozent.

Wenn private Anleger erfolgreiche Hedge-Fonds-Strategien kopieren wollen, worauf müssen sie dann achten?

Aus unserer Sicht können private Anleger nur schwer die Strategien der Hedge-Fonds nachahmen. Allein das notwendige Risikomanagement und die Anzahl der Transaktionen sind von einem Privatinvestor kaum realistisch darstellbar.

Wo liegt die Zukunft der Hedge-Fonds-Branche im Hinblick auf die Vertriebs- und die Anlagemärkte?

Es mag überraschen, doch zumindest die nähere Zukunft liegt nach unserer Einschätzung nicht in China, sondern bei institutionellen Anlegern in den bekannten Märkten wie USA, Japan und Europa. Deren Vermögenswerte sind bisher in nur geringem Umfang in Hedge-Fonds investiert.

Die Fragen stellte Udo Rettberg.

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