Nachgefragt
„Hedge-Fonds reduzieren das Risiko“

Sechs Fragen zum Thema Alternative Investments an Francois Barthelemy, Partner beim Hedge-Fonds F&C Partners LLP.

Wie definieren Sie Alternativ-Investments?

Mit Alternativ-Investments beschreitet der Investor andere Wege als mit herkömmlichen Anlageformen wie Aktien und Anleihen. Der Vorteil der „Alternativen“ liegt darin, dass sie nur gering mit traditionellen Anlageklassen korrelieren. Daher sind sie zur Beimischung in einem großen Portfolio geeignet.

Was sind die wichtigsten Merkmale?

Alternative Anlagestrategien erzielen über einen Weg Erträge, der nur wenig mit der Entwicklung der Aktien- und Rentenmärkte zu tun hat. Eine geringe Korrelation zu Aktien und Anleihen wird entweder über Alternativ–Investments oder über neue Investmentprozesse erreicht. Hedge-Fonds-Manager verdienten Geld, als Parmalat in die Insolvenz ging und die Anleihenkurse des Unternehmens absackten. Bei vorrangigen Parmalat-Anleihen war dies eine gute Kaufgelegenheit. Diese Methode des „Distressed Investments" wenden traditionelle Fondsmanager nicht an.

Was sind die Vorteile von Alternativ-Investments?

Das Risiko eines Portefeuilles kann durch die höhere Diversifikation reduziert werden. Hedge-Fonds zum Beispiel reduzieren das Risiko, da ihre Erträge aus unterschiedlichen Renditequellen stammen. Dies wird oftmals nicht richtig verstanden.

Wo liegen die Nachteile dieser Anlageklasse?

Der wesentliche Nachteil liegt in der Komplexität. So werden in großem Umfang derivative Strategien umgesetzt. Diese sind traditionell weniger liquide als herkömmliche Strategien am Aktien- oder Rentenmarkt. Einige Hedge-Fonds können nur quartalsweise liquidiert werden. Zudem sind diese Strategien teuer. Allerdings ist es wichtig zu berücksichtigen, dass die Gebühren der Hedge-Fonds meist von der Wertentwicklung abhängig sind. „Teuer“ wird es dann, wenn ein Hedge-Fonds gute Ergebnisse abliefert. Aber in diesem Fall sind ja die Interessen des Kunden und des Managers identisch.

Welches Segment des Marktes ist derzeit am interessantesten?

Derzeit können die Kursunterschiede am Anleihemarkt genutzt werden, da Anleihen von höheren Zinsen und einer generell weltweit volatileren Zinsstrukturkurve profitieren dürften. Gleiches gilt für das Ausnutzen von Kursunterschieden bei Wandelanleihen. Eine höhere Volatilität und eine lebhafte Neuemissions-Tätigkeit wirken unterstützend, da Unternehmen zunehmend nach günstigeren Finanzierungsmöglichkeiten suchen.

Welchen Anteil sollte diese Anlageklasse in Portefeuilles einnehmen?

Das kommt ganz auf die individuelle Risikobereitschaft des Anlegers an. Vorausgesetzt, dass ein Investor professionelle Finanzberatung in Anspruch nimmt, sollte der Anteil von Hedge-Fonds bei mindestens 25 Prozent liegen.

Die Fragen stellte Udo Rettberg

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