Nachgefragt
„Investieren, nicht spekulieren!“

Sechs Fragen zum Thema Aktien-Investment an Achim Küssner, Geschäftsführer Merrill Lynch Investment Managers.

Viele Anleger scheuen Aktien wegen des Verlustrisikos. Für wen eignet sich diese Anlageklasse?

Grundsätzlich für jeden Anleger. Abhängig ist dies von seiner persönlichen Risikoneigung, der Anlageperspektive und dem gewünschten Gewicht, das Aktien innerhalb des Portfolios einnehmen sollten. Grundsätzlich gilt: Je jünger der Investor ist, umso höher sollte seine Aktienquote liegen. Aber auch im fortgeschrittenen Alter ist eine Aktienquote von fünf bis zehn Prozent durchaus sinnvoll.

Wie lange sollte bei Aktien der Anlagehorizont sein?

Aktien zu kaufen, heißt investieren, nicht spekulieren. Wenn jemand in zwei Jahren ein Auto kaufen will, dann sollte er nicht in Aktien einsteigen, in der Hoffnung am Ende des Anlagezeitraums eventuell ein größeres Auto kaufen zu können. Der Anlagehorizont bei Aktien sollte mindestens bei fünf bis sieben Jahren liegen. Dann sind Aktien eine Anlageklasse, die allen anderen überlegen ist.

In welche Regionen sollte der Anleger dabei vorzugsweise investieren?

Wir empfehlen bei Aktien ein internationales Portfolio mit Schwerpunkt Europa. Als Portfolio-Beimischung sollte der Anleger Schwerpunkte setzen, die der aktuellen Kapitalmarktentwicklung Rechnung tragen, beispielsweise dem Aufschwung in Asien oder dem Rohstoffzyklus. Langfristig sind auch erneuerbare Energien ein Thema. Asien bietet weiterhin höhere Wachstumsraten als die meisten anderen Regionen. Auf der Gegenseite wurden die USA lange zu sehr vernachlässigt.

Dennoch orientieren sich viele Anleger am liebsten am heimischen Aktienmarkt. Ist das ein Fehler?

Die Phänomen löst sich allmählich. Dennoch kaufen noch immer viele Anleger die Titel, die sie am besten kennen. Untersuchungen von Merrill Lynch im so genannten World Wealth Report zeigen aber, warum die Reichen so erfolgreich bei der Geldanlage sind: Erstens diversifizieren sie international und zweitens kaufen sie in großem Maße Aktien.

Nebenwerte waren in den vergangenen Jahren sehr beliebt. Ist deren Zeit vorbei?

Es gibt dort sicherlich auch künftig Chancen. Jedoch zuletzt gab es eine Flucht in Qualitätswerte. Viele Schwergewichte haben die letzten Jahre zur Restrukturierung genutzt, was sich nun am Kapitalmarkt auswirkt.

Direktanlage in Aktien oder in einen Aktienfonds investieren, was raten Sie?

Ideal als Basisprodukt ist ein international diversifizierender Fonds, der den Aktienmarkt aktiv täglich neu einschätzt. Damit legt der Privatanleger sein Geld in die Hände von Profis und kann auch mit kleinen Beträgen immer wieder neu investieren und Vermögen aufbauen.

Die Fragen stellte Christian Schnell.

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