Nachgefragt
„Meist verdient nur der Versicherer“

Sechs Fragen zum Thema Altersvorsorge an Rüdiger Falken, Versicherungsberater und Gerichtsgutachter.

Die meisten Bürger haben eine Kapitallebensversicherung. Ist das eine gute Vorsorge?

Ich würde sagen, das ist eher eine gute Vertriebsleistung der Versicherer. Zu einer Kapitallebensversicherung kann ich unter dem Aspekt des Vermögensaufbaus in den seltensten Fällen raten.

Was stört sie an dieser Form der Vorsorge?

Die Lebensversicherung ist nur eine von vielen Formen der Geldanlage. Sie muss wie jede andere Sparform auf die vier Aspekte Rendite, Sicherheit, Flexibilität und Transparenz geprüft werden. Leider ist die Rendite bei den Lebensversicherungen meist sehr schwach, der Vertrag erlaubt wenig Flexibilität, die Transparenz lässt viele Wünsche offen und auch die Sicherheit besteht nur scheinbar.

Gerade die Sicherheit aber ist es doch, womit die Gesellschaften werben.

Zugegeben, sie versprechen bestimmte Leistungen über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten. Doch ich muss mich als Kunde oft über eine Ansparphase von 25 Jahren und eine häufig ebenso lange Rentenphase fest an eine Gesellschaft binden. Woher weiß ich, ob ein Versicherer in 50 Jahren noch so gut ist wie heute?

Wie sieht es mit der Transparenz aus? Da soll ein neues Gesetz ja für mehr Klarheit sorgen.

Künftig soll der Kunde erfahren, wie viel von seinen Beiträgen in Verwaltungs- und Vertriebskosten wandert. Das ist schon ein Fortschritt. Aber ich weiß beispielsweise immer noch nicht, wie die Gesellschaft meine Ersparnisse anlegt. Da kann ein Konzern schnell mal seine Lebensversicherungs-Tochter zwingen, ein überflüssig gewordenes Bürogebäude zu kaufen. Davon profitieren dann die Aktionäre des Konzerns. Die Versicherten aber haben das Nachsehen.

Ungeachtet solcher Abstriche zwingt ein Versicherungsvertrag aber viele zum Sparen, die sonst nicht vorsorgen würden.

Mag sein, aber das geschieht dann zu hohen Kosten. Oft nehmen die Leute, die in eine Lebensversicherung mit magerer Rendite einzahlen, gleichzeitig teure Ratenkredite oder Hypothekendarlehen auf. Banken und Versicherungen stört das nicht, die verdienen ja an beidem. Aber der Sparer zahlt drauf.

Einige Produkte der Versicherer, wie etwa die Riester-Rente oder die Betriebsrente, werden staatlich gefördert. Wie sieht dann die Rechnung aus?

Das Problem ist die hohe nachträgliche Besteuerung zum Renteneintritt. Ob sich diese Produkte wirklich lohnen, muss von Fall zu Fall entschieden werden. Für meine Frau habe ich einen Riester-Vertrag abgeschlossen. Sie hat ein niedriges Einkommen, und unsere Kinder sind noch relativ klein. Sie bekommt deshalb noch viele Jahre die entsprechenden Zuschüsse.

Die Fragen stellte Gertrud Hussla.

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