Nachgefragt
„Nicht auf Reits warten“

Fünf Fragen zum Thema Immobilien-Investments an Stephan Bone-Winkel, Professor an der European Business School (EBS), Department of Real Estate.

Raten Sie einem Privatanleger zur direkten oder indirekten Immobilienanlage?

Ich empfehle Privatanlegern zunächst, eine Immobilie zu kaufen, die sie selbst bewohnen. Bei einem weiteren Vermögensaufbau ist es sinnvoller, sich indirekt an Immobilien zu beteiligen, zum Beispiel über Fonds. Die Immobilien werden von Fachleuten verwaltet, was bequemer ist. Von geschlossenen Fonds abgesehen kann der Anleger eine Beteiligung auch leichter verkaufen als das Gebäude selbst. Darüber hinaus ist es mit indirekten Anlagen möglich, das Risiko durch Investitionen in unterschiedliche Nutzungsarten und Länder breit zu streuen. Dies würde bei Direktanlagen nur mit einem riesigen Vermögen gelingen.

Offene Immobilienfonds verkaufen in großer Zahl Gebäude. Ist die Krise überwunden, so dass die Renditen wieder steigen?

Die Anbieter offener Immobilienfonds haben riesiges Glück, dass vor allem ausländische Investoren großes Interesse an deutschen Gewerbeobjekten haben und auch Gebäude kaufen, die modernisiert werden müssen oder in denen Mietverträge auslaufen. Das erleichtert die Portfoliobereinigung, bringt allerdings keine höheren Renditen.

Sind Immobilienaktien eine Alternative zu Fonds?

Für Anleger, die ohnehin Erfahrungen mit Aktien haben, sind Immobilienaktien nach den jüngsten Kursverlusten interessant. Wem diese Erfahrung fehlt, ist in einem Immobilienaktien-Fonds besser aufgehoben. Er sollte einen Fonds wählen, der nicht nur national, sondern international investiert.

Wie beurteilen Sie die jüngsten Börsengänge?

Für meine Begriffe sind diese neu emittierten Aktien etwas für institutionelle Anleger. Einige von ihnen begleiten auch Börsenneulinge, obwohl die Aktien wegen der geringen Höhe des Kapitals auch über die Börse nicht so leicht zu veräußern sind wie große Werte. Einige der Unternehmen, die jetzt an den Markt gegangen sind, haben hochinteressante Geschäftsmodelle, für Privatanleger sind die Unternehmen jedoch nur schwer zu beurteilen.

Lohnt sich für Privatanleger das Warten auf steuerbegünstigte Immobilienaktien in Deutschland, so genannte Reits?

Wer ohnehin schon in Immobilienaktien investiert, muss nicht auf Reits warten. Die Steuerlast deutscher und ausländischer Aktiengesellschaften , die in deutsche Immobilien investieren, ist auch im Moment nicht besonders hoch. Andere Anleger sollten besser in so genannte Reit-Fonds investieren.

Die Fragen stellte Reiner Reichel

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%