Nachgefragt
Ratings sind nur eine Info-Quelle

Sieben Fragen zum Thema Investmentfonds an Eckhard Sauren, Fondsmanager und Gründer von Sauren Fonds Research.

Was zeichnet einen guten Fonds aus?

Die Qualität eines Fonds steht und fällt mit dem Fondsmanager. Ein guter Investmentprofi muss vieles auf sich vereinen: Er braucht eine klare Philosophie, Disziplin, muss gut analytisch arbeiten und benötigt großes Verständnis für die Märkte sowie Menschenkenntnis.

Wie viele Spitzenprodukte gibt es unter den über 7 000 Fonds in Deutschland?

Nur ein Fünftel der Fonds gehört zu den guten, jeder zwanzigste ist herausragend. Insgesamt zählt nur ein Zehntel aller Fondsmanager zu den Top-Experten der Branche.

Wie suchen Sie die Fonds für Ihre Dachfonds heraus?

Wir nutzen verschiedene Quellen, um frühzeitig gute Ideen zu finden. Eine entscheidende Rolle spielt dabei unser Informationsnetzwerk: Wir kennen und treffen viele Spezialisten. So werden wir auf Namen und Investmentkonzepte aufmerksam und sammeln Informationen darüber. Im Rahmen unseres qualitativen Bewertungssystems kommt es nicht darauf an, aus tausenden von Fonds die relativ besten herauszufiltern. Wir konzentrieren uns auf die hundert Besten.

Woran sollte sich ein Privatanleger orientieren, wenn er einen guten Fonds sucht?

Ein Privatanleger sollte sich einen Berater suchen, der kreativ recherchieren kann und somit früh gute Ideen entdeckt. Man muss allerdings überprüfen, ob der Berater wirklich unabhängig von Fondsanbietern arbeitet und wie systematisch er Fonds analysiert und zu seinen Empfehlungen kommt.

Was bieten die klassischen Fondsratings und -rankings?

Sie sind eine Möglichkeit, sich Informationen zu beschaffen. Zusätzlich muss der Anleger aber noch wissen: Wie lange ist ein Fondsmanager schon dabei? Wie hat sich das Volumen des Fonds entwickelt? Hat sich die Fonds-Philosophie verändert? Wie sehr haben die Marktgegebenheiten den Anlagestil des Fonds unterstützt?

Warum ist Letzteres wichtig?

Gute Fondsmanager erkennt man nicht unbedingt an der Performance der vergangenen zwölf Monate. Manager von Value-Fonds, die auf unterbewertete Aktien setzen, hatten es beispielsweise zuletzt während der Energie-Hausse schwer, da sie von diesen Wachstumstiteln getragen wurde. Die Value-Manager, die mit den Aktienindizes mitgehalten haben, haben einen Super-Job gemacht, was der reine Indexvergleich aber nicht zeigt.

Wo liegen die Grenzen von Ratings und Rankings?

Oft fehlt eine qualitative Bewertung. Den Wechsel eines Fondsmanagers erkennt man etwa nicht an den Performance-Zahlen der Vergangenheit. Außerdem sind Veränderungen im Volumen nicht berücksichtigt, die das Management meist stark beeinflussen. Generell beziehen sich die Bewertungen auf Daten der Vergangenheit.

Die Fragen stellte Anke Rezmer.

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