Nachhaltige Investments
Gewinne mit gutem Gewissen

Dass Investoren ihr Geld vermehren wollen, ist klar. Dass sie dabei auch auf die Umwelt, die Einhaltung der Menschenrechte oder das soziale Engagement eines Unternehmens achten, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Und die Renditen können sich sehen lassen.

FRANKFURT. Das Sustainable Business Institute (SBI) an der European Business School in Oestrich-Winkel schätzt den europäischen Markt für das so genannten nachhaltigen Investments auf aktuell 1,3 Billionen Euro – verteilt auf Fonds und Mandate institutioneller Investoren. Auch hier zu Lande wollen immer mehr Anleger prinzipienorientierte Investments mit anspruchsvollen Renditen verbinden. In einer fünfteiligen Anleger-Akademie beleuchtet das Handelsblatt daher verschiedene Aspekte dieses noch jungen Marktes für nachhaltige Kapitalanlagen.

Die einfachste und gängigste Möglichkeit für Privatanleger, ihr Geld nachhaltig und mit gutem Gewissen zu investieren, sind so genannte Nachhaltigkeitsfonds. Das sind Investmentfonds, die neben Kriterien wie Rentabilität, Liquidität und Sicherheit auch ökologische, soziale und/oder ethische Aspekte berücksichtigen. Allein im deutschsprachigen Raum gibt es nach SBI-Angaben 129 solcher Publikumsfonds, in denen ein Volumen von 13,8 Milliarden Euro verwaltet wird. Europaweit dürften es 375 Fonds sein.

In Deutschland haben Anleger die Wahl zwischen etwa 60 Produkten, die nach Angaben des Branchenverbandes Eurosif zusammen 4,1 Milliarden Euro auf sich vereinen – damit haben Nachhaltigkeitsfonds hier zu Lande mit Blick auf das Volumen aller deutschen Publikumsfonds einen Anteil im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Etwas mehr als die Hälfte dieses Geldes werden dabei für institutionelle Kunden wie Pensionsfonds und Versicherungen gemanagt.

Die Anlage-Idee, die hinter diesen Nachhaltigkeitsfonds steckt, ist so ehrgeizig wie komplex: Anhänger dieser Strategie gehen davon aus, dass eine Wechselwirkung zwischen der Rendite eines Unternehmens und seinem gesellschaftlichen, sozialen oder ökologischen Engagement besteht. Sie unterstellen, dass sich nachhaltiges Wirtschaften langfristig positiv auf den Erfolg eines Unternehmens auswirkt und versuchen diejenigen Unternehmen auszuwählen, die sich besonders vielversprechend verhalten. Zwar können überdurchschnittlich hohe Aufwendungen für ökologische Verbesserungen oder höhere soziale Standards den Gewinn und damit auch den Wert an der Börse schmälern – auf der anderen Seite schont Energiesparen aber nicht nur die Umwelt, sondern reduziert auch Kosten und erleichtert etwa die Genehmigung des nächsten Werkes. Hohe soziale Standards wiederum motivieren die Mitarbeiter und steigern so deren Produktivität. Das alles kommt dem Gewinn zugute.

Verschiedene Studien belegen denn auch, dass die Rendite nachhaltiger Geldanlagen mit einer herkömmlichen Geldanlage meistens mithalten kann. In der Tat kann sich die Wertentwicklung der Nachhaltigkeitsfonds sehen lassen: Die Spitzenreiter unter ihnen legten auf Dreijahressicht um etwa 20 Prozent jährlich zu. Innerhalb des vergangenen Jahres lagen die Wachstumsraten bis auf eine Ausnahme ebenfalls deutlich im zweistelligen Bereich, wie das Fondsanalysehaus Feri ermittelt hat.

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