Optionsscheine
Zocken für Profis

Viele Investoren sichern sich mit Hilfe sogenannter Optionsscheine gegen die Unwägbarkeiten der Börse ab. Bereits im 18. Jahrhundert kannte die Londoner Börse den Handel mit Termingeschäften, allerdings ist im Laufe der Zeit der Aspekt der Spekulation immer wichtiger geworden. Die Spekulanten können viel gewinnen - oder alles verlieren.

FRANKFURT. Händler müssen sich seit jeher gegen die Preisschwankungen des Marktes absichern - insbesondere in turbulenten Zeiten. Mit Hilfe von Termingeschäften können sie den Preis von Waren, die sie erst zu einem späteren Zeitpunkt erwerben wollen, bereits vorab festlegen. Das gibt ihnen Planungssicherheit.

Bereits im 18. Jahrhundert entwickelte sich an der Londoner Börse ein reger Handel mit Termingeschäften. Dabei handelt es sich um verbriefte Rechte auf die Auslieferung einer Ware zu einem festgelegten Preis in einer vereinbarten Frist. Heute sichern sich viele Investoren mit Hilfe von sogenannten Optionsscheinen gegen die Unwägbarkeiten der Börse ab. Allerdings ist im Laufe der Zeit eine weitere Funktion immer wichtiger geworden: die der Spekulation. Heute geht es vielen Investoren weniger um das Warengeschäft an sich, als vielmehr um den Wert des Optionsscheins. Dieser nämlich schwankt zum Teil kräftig. Spekulanten können in kurzer Zeit sehr viel Geld verdienen.

Denn Optionsscheine verfügen über einen eingebauten Hebel. Die Scheine kosten viel weniger als ihre zugrundeliegende Aktie. Beispiel: Gewährt ein einzelner Optionsschein nur ein Zehntel des eigentlichen Wertpapiers zum Kurs von 60 Euro, dann kostet er auch nur zehn Prozent des Kurses, also 60 Cent. Der Wert des Optionsscheins aber kann sich schon bei vergleichsweise geringen Kursschwankungen des Basiswertes - zum Beispiel eine Aktie oder ein Index - massiv verändern. Dieser eingebaute Hebel verstärkt die Kursbewegung des Basistitels und erhöht damit den möglichen Gewinn. Der Hebeleffekt erhöht allerdings auch das Verlustrisiko. Am Ende verfallen manche Optionsschein sogar wertlos.

Optionsscheine sind hochspekulative Papiere, der Handel mit ihnen gilt als Glücksspiel. "Zu unrecht", sagt Heiko Weyand von HSBC Trinkaus. "Wer den Umgang mit Hebelprodukten beherrscht, kann sie sinnvoll zur Renditeoptimierung nutzen." Optionsscheine können nicht nur der kurzfristigen Wette, sondern in Verbindung mit einer herkömmlichen Wertpapieranlage auch der Kursabsicherung dienen (siehe "Gefährliches Spiel"). "Anleger müssen aber wissen, wie sich ein Hebelprodukt unter bestimmten Marktbedingungen verhält", sagt Weyand. Unerfahrene Anleger sollten äußerst vorsichtig sein.

Seite 1:

Zocken für Profis

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%