Quantitative Aktienfonds
Kursgewinne mit den richtigen Kennzahlen

Quantitative Aktienstrategien sind ein Buch mit sieben Siegeln. Kaum ein Fondsmanager spricht offen über seine Anlageentscheidungen, die er gemeinsam mit dem Computer trifft. Denn die automatischen Auswahlsysteme kann jeder leicht kopieren. Für Privatanleger, die zur richtigen Zeit auf die richtigen Titel setzen wollen, hat Profianleger Carsten Große-Knetter dennoch ein paar Tipps.
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FRANKFURT. Carsten Große-Knetter, Manager von quantitativen Aktienfonds bei Frankfurt Trust, nennt einige Kennzahlen, nach denen er Aktien aus dem Stoxx-600-Index auswählt. Die Strategie des promovierten Physikers steht beispielhaft für alle quantitativ-fundamentalen Anlagestrategien, die Aktien anhand fundamentaler Unternehmenszahlen und Börsenkursen auswählen.

Dividende und Gewinn beeinflussen die Kursentwicklung

Das derzeit wohl wichtigste quantitative Kriterium für die Bewertung einer Aktie ist laut Große-Knetter die Dividendenrendite. Sie gibt das Verhältnis zwischen ausgeschütteten Dividenden und aktuellem Aktienkurs wieder. Die Dividendenrendite ist ein Indikator für das fundamentale Kurspotential einer Aktie und lässt auf die Kapitalausstattung eines Unternehmens schließen. Denn nur wenn am Ende eines Geschäftsjahres Geld übrig ist, kann eine Aktiengesellschaft eine entsprechend hohe Dividende zahlen.

Ebenfalls wichtig für langfristig orientierte Anleger ist die Konstanz der jährlichen Dividendenzahlung. Historische Dividendenrenditen können Privatanleger in Geschäftsberichten oder auf der Internetseite des jeweiligen Unternehmens nachlesen. Schätzungen über künftige Dividendenrenditen geben Bankanalysten ab.

Ein weiteres Kriterium ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Hierbei wird der erwartete Unternehmensgewinn eines Geschäftsjahres durch den aktuellen Aktienkurs dividiert. Liegt das KGV eines Unternehmens bei 10, wird dessen Aktie an der Börse aktuell mit dem Zehnfachen des erwarteten Jahresgewinns gehandelt. Das KGV einer Aktie ist aber nur aussagekräftig im Vergleich mit anderen Aktien aus der gleichen Branche und demselben Land. Bei einem relativ niedrigen KGV sprechen Experten von einer vom Markt unterbewerteten Aktie. Ist das KGV höher als der Durchschnitt, ist die Aktie überbewertet.

Die Manager quantitativer Aktienfonds beobachten genau, ob und wie häufig sich die Gewinnerwartungen von Unternehmen ändern. Ein quantitatives Aktienmodell wählt daher immer nur solche Titel aus, die eine konstante und berechenbare Kursentwicklung versprechen. Die Profis nutzen dazu das Kriterium der Gewinnrevision. Muss ein Konzern seine Gewinnerwartung zu oft ändern, wirkt das immer auf den Aktienkurs. Korrekturen nach oben folgt regelmäßig ein Kursplus. Auf unerwartet niedrige Gewinne reagiert die Börse mit fallendem Kurs. Das quantitative Aktienmodell jedoch soll zu große Kursschwankungen im Depot vermeiden. Daher vermeiden Investoren immer Aktien solcher Unternehmen, deren Gewinnprognosen sich häufig ändern.

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Kommentare zu " Quantitative Aktienfonds: Kursgewinne mit den richtigen Kennzahlen"

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  • Viel wichtiger als das journalistische Theater
    um diese Fonds wäre erst mal eine länger anhaltende Outperformance gegenüber leistungsfähigen indizes!

    Und davon habe ich noch nie was gehört!!

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