Renaissance
Betriebliche Altersversorgung: altbewährt und krisenfest

Die betriebliche Altersversorgung erlebt eine Renaissance: Die Beiträge sind sicher und von Steuern und Sozialabgaben befreit. Jeder Arbeitnehmer kann diese Vorsorge nutzen.

FRANKFURT. Die Finanzkrise geht an der betrieblichen Altersversorgung nicht spurlos vorbei. Dennoch bleibt sie ein vergleichsweise sichere Wette. Der Gesetzgeber hat das System krisenfest konzipiert. Geschützt sind im Extremfall allerdings nur die gezahlten Beiträge – oder entsprechend höhere Garantien. Wer in der jeweiligen Vorsorge-Variante auf Zusatzerträge durch eine geschickte Kapitalanlage gesetzt hat, sieht zumindest im Moment alt aus. Doch das kann sich in den nächsten Jahren auch wieder ändern.

Naturgemäß sind viele Arbeitnehmer derzeit verunsichert. Nicole Zahnleiter vom Beratungsspezialisten Watson Wyatt Heissmann rät daher den Unternehmen, ihre Mitarbeiter aktiver als bisher zu informieren. Ihre Botschaft: „Die Betriebsrente für Arbeitnehmer ist durch die gesetzlichen Vorgaben weitgehend abgesichert.“ Die Einschränkung ist wichtig, weil es viele Varianten gibt (siehe Grafik).

Ob und wie viel Geld der Arbeitnehmer am Ende sicher hat, hängt davon ab, welche Zusage sein Arbeitgeber genau gemacht hat. Mindestens muss der die gezahlten Beiträge garantieren, es kann je nach Variante und Einzelfall aber auch mehr sein. „Damit leistet der Arbeitgeber einen langfristigen und nachhaltigen Beitrag für die Alterssicherung“, betont die Beraterin. Das stimmt, doch Betriebsrentner trifft die Krise dennoch, wenn der Arbeitgeber die Leistungen aufgrund einer schlechten wirtschaftlichen Lage nicht in vollem Umfang anpassen muss oder er die eigentlich nötige Anpassung sogar vollständig aussetzen kann. Bei einer Direktversicherung bedeutet dies: Es könnte zum Beispiel wegen der Krise die Überschussbeteiligung ausfallen.

In der Pflicht sind grundsätzlich die Unternehmen. Sie sind Garant für das eingezahlte Geld. Selbst bei einer Pleite muss sich der Arbeitnehmer keine allzu große Sorgen machen. In diesem Fall greifen weitere Sicherungsmechanismen. Für Direktzusagen sowie Unterstützungskassen- und Pensionsfondszusagen ist eine Insolvenzsicherung vorgeschrieben. Im Notfall springt der Pensions-Sicherungs-Verein ein, kurz PSVaG. Auch Direktversicherungen sind unter bestimmten Bedingungen dort drin.

Das System enthält also viele Sicherungen. Wer für das Alter vorsorgen will, kann und sollte es auch künftig nutzen. Das gilt ausdrücklich für alle Arbeitnehmer. Denn grundsätzlich darf jeder Werktätige Teile seines Gehalts in eine betriebliche Vorsorge ummünzen.

Das Prinzip der Betriebsrente gibt es zwar schon seit 150 Jahren, doch erst seit sechs Jahren hat jeder Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch darauf. Schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts gründeten Unternehmen Hilfs- und Unterstützungskassen. Es handelte sich dabei um freiwillige Leistungen für das Alter. Mit dem Altersvermögensgesetz 2002 kann nun jeder Arbeitnehmer einen Teil seines Arbeitsentgelts für die betriebliche Altersversorgung (bAV) einsetzen. Das wird Entgeltumwandlung genannt. Das Unternehmen ist dabei jedoch nicht verpflichtet, eigene finanzielle Leistungen zu erbringen, es sei denn, in Tarifverträgen ist etwas anderes geregelt.

Entscheidend ist: Der Arbeitnehmer muss die Initiative ergreifen. Was geht und was nicht, also den Rahmen, bestimmt dennoch zunächst der Arbeitgeber. Dieser kann unten vielen Optionen ein Modell für seine Mitarbeiter auswählen. Der Arbeitnehmer darf die angebotene Variante dann im Zweifel nehmen oder es lassen.

Seite 1:

Betriebliche Altersversorgung: altbewährt und krisenfest

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%