Ruhestand
Gespür für Zahlen ist wichtig

Seniorinnen fehlt oft das Training im alltäglichen Umgang mit größeren Geldbeträgen. Sie finanzieren ihren Ruhestand meist, indem sie ihr Vermögen nach und nach verbrauchen. Doch es ist wichtig, so zu planen, dass das Geld für Jahrzehnte reicht.
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KÖLN. Legasthenie kennt jeder. Nicht so den Befund Dyskalkulie. Dieser Begriff beschreibt eine angeborene Rechenschwäche. Sie ist dafür verantwortlich, wenn jemand kein Gespür für Zahlen hat.

Wenn ältere Frauen kein Gespür für Zahlen haben, hat das allerdings mit einer angeborenen Schwäche nichts zu tun. Ihnen fehlt lediglich das Training im alltäglichen Umgang mit größeren Geldbeträgen. Doch das Gefühl, überfordert zu sein, ist immer unangenehm, egal woher es kommt. Vielfach gesellt sich zur Zahlenschwäche dann auch noch das unbekannte Finanzvokabular. Woher soll die Rentnerin, der von einem Tag auf den anderen die Verantwortung für ein sehr großes Vermögen übertragen wurde, plötzlich wissen, was ein Hedge-Fonds ist, den ihr der Vermögensverwalter ihrer Hausbank nun ständig offeriert?

Deshalb ist auch die Angst davor, Fehler zu machen, bei älteren Frauen besonders stark ausgeprägt. Das ist verständlich, denn falsche Schritte und Verluste beim Umgang mit dem eigenen Vermögen sind kaum wieder korrigierbar. Was weg ist, kommt nicht wieder, schließlich kommt in dieser Lebensetappe kein frisches Geld mehr rein. Im Gegenteil: Der Vermögensblock wird mehr oder weniger sichtbar abgeschmolzen und die Erträge regelmäßig aufgebraucht. Wenn dann noch Kursverluste oder ausschüttungsfreie Zeiten drohen, stellt sich manchmal sogar Panik ein. Dass das nicht sein muss, zeigen zwei Beispiele:

Das Ehepaar Hertha und Kai G. kommt gemeinsam in die Beratung. Er sitzt im Rollstuhl und hatte mich am Telefon schon vorgewarnt, dass er bald sterben würde. Zusammen mit seiner Frau sucht er rechtzeitig nach einer passenden Betreuung für das umfangreiche Vermögen, das er jetzt noch gut und gerne selbst aktiv verwalten kann. Später aber soll seine Frau nicht hilflos dastehen, sondern rasch das Ruder übernehmen können.

Die Stimmung in der Beratung ist sachlich und engagiert, jedenfalls am Anfang. Aber als es um die Kosten geht, wird Herr G. recht ungehalten. Er könne seine Fonds doch schließlich auch ohne Ausgabeaufschläge erwerben, wieso denn meine Dienstleistung so teuer sei? Meine Beratung für die Fondsentscheidung, die Vermittlung und Betreuung wird mit dem einmaligen Ausgabeaufschlag von im Schnitt vier Prozent finanziert. Dieser Ausgabeaufschlag wird zu Beginn fällig. Eine weitere Verwaltungsgebühr fällt nicht an. Außerdem ist ein Fondswechsel innerhalb eines Fünfjahreszeitraums bei mir grundsätzlich gebührenfrei.

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