Schwellenländer
Südamerika lockt mit Wachstum

Nach den Zitterpartien an den Börsen in den vergangenen Wochen sind die Investoren in Lateinamerika um eine wichtige Erfahrung reicher: Überrascht mussten sie feststellen, dass ihre Aktienmärkte noch immer den Bewegungen der Leitbörsen in den Industrieländern folgen. Doch die Aussichten für die wichtigsten Börsen in Lateinamerika sind weiterhin gut.
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SAO PAULO. Die Börsen in Mexiko und Brasilien verloren zeitweise stärker als die Aktienmärkte in Europa oder den USA, weil sich ausländische Investoren in unruhigen Zeiten schnell zurückziehen. Das ist eine heilsame Lehre für die Investoren, die in den letzten Monaten erwartet hatten, dass der nun vierjährige Boom an den Aktienmärkten der Region endlos anhalten würde.

Inzwischen haben sich die Börsen Lateinamerikas wieder erholt. Nach den Börsen in Fernost sind es die Aktienmärkte des Subkontinents, die dieses Jahr weiterhin am besten abschneiden: Brasilien und Chile haben bis jetzt 22 Prozent zugelegt. Peru war 2006 mit einem Indexgewinn von 168 Prozent weltweit an der Spitze und ist dieses Jahr immer noch mit 57 Prozent führend. Mexiko ist mit einem Plus von 15 Prozent schon etwas abgeschlagen, weil das Land fast alles in die USA verkauft und die Börsenstimmung von den dort eingetrübten Konjunkturaussichten dominiert wird.

Abgestraft von den Investoren werden jetzt Länder wie Argentinien, das in den letzten Jahren ausländische Anleihenbesitzer rüde behandelt hat oder Venezuela, dessen Präsident Hugo Chávez seinen „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ durchsetzt: Deren Börsen spielen in der Region aber sowieso kaum mehr eine Rolle als Finanzierungsinstrument für Unternehmen.

Die Aussichten für São Paulo (Brasilien), Mexiko-Stadt und Santiago (Chile), also für die wichtigen Börsenplätze in Lateinamerika, sind jedoch weiterhin gut. Das liegt einerseits an den soliden Rahmenbedingungen: Die seit fünf Jahren anhaltend hohen Preise für Rohstoffe und Energie haben den chronischen Krisenkontinent stabilisiert. Die seit 2002 jährlich steigenden Exporte bescherten Lateinamerika erstmals seit Dekaden wieder positive Leistungsbilanzen. Sie füllen die Devisenkassen, stärken die Währungen und erhöhen die Kaufkraft der Bevölkerung. Und vor allem: Der Exportboom hat Lateinamerika die längste Wachstumsphase seit dreißig Jahren gebracht. Die Uno-Wirtschaftskommission für Lateinamerika (Cepal) rechnet für dieses Jahr mit einem Wachstum von 5,0 Prozent und für 2008 von 4,6 Prozent.

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