Sechs Fragen an: Ludwig Metz
„Ratings sensibilisieren Firmen“

Ludwig Metz, Associate Director bei Bristol-Myers Squibb, spricht mit dem Handelsblatt über den Einfluss von Nachhaltigkeitsrankings auf Unternehmen, den Vorteilen für Anleger und die Entwicklung des Marktes.

Haben Nachhaltigkeitsratings Einfluss auf Unternehmen?

Nachhaltigkeitsratings wecken Verständnis bei den Investoren für Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen ökonomischen, ökologischen und sozialen Faktoren. Vor allem in Betrieben, die damit noch nicht sehr vertraut sind, wirken sie als Initialzündung, Nachhaltigkeit zu integrieren. Ratings liefern Ideen für zukünftige Aktivitäten und sind für Umweltbeauftragte ein Türöffner zu anderen Abteilungen, um für das Thema zu sensibilisieren.

Wie wirken Ratings konkret?

Bristol-Myers Squibb beteiligt sich seit langer Zeit an allen seriösen derartigen Ratings. Wir nehmen die Ratschläge der Ratingagenturen sehr ernst und integrieren diese, wenn möglich. Beispielsweise fordern die Agenturen, auch Zulieferer zu nachhaltigem Wirtschaften zu bewegen. Wir gehören zu einer Gruppe global agierender Unternehmen, die Zulieferer unterstützen, ihre Umwelt- und Sozialleistungen zu verbessern.

Warum reagieren Firmen auf Nachhaltigkeitsratings?

Unternehmen tragen auch soziale und ökologische Verantwortung. Seit einiger Zeit steht dabei Nachhaltigkeit im Mittelpunkt. Unternehmen sind darum gefordert, Aktivitäten auf diesem Gebiet zu steigern und ihr Geschäftsmodell Richtung Nachhaltigkeit zu ändern, wenn sie langfristig erfolgreich sein wollen. Denn nur wenn Unternehmen erfolgreich sind, können sie Anleger überzeugen, in ihr Geschäft zu investieren.

Was haben Anleger von Nachhaltigkeitsratings?

Für Anleger, denen soziale und ökologische Verantwortung wichtig ist, sind diese Ratings fast die einzige Möglichkeit, sich über die Nachhaltigkeitsleistungen von Unternehmen solide zu informieren. Anleger können kaum selbst eine umfassende Recherche machen, und Ratingagenturen erhalten mehr als die öffentlich zugänglichen Informationen. Zudem können Anleger davon ausgehen, dass sie mit ihren Geldanlagen, die auf seriösen Ratings basieren, auch über diese Ratings auf Unternehmen einwirken. Das gibt ihnen mehr Sicherheit, dass sie mit ihrer Anlage das erreichen, was sie wollen.

Wie entwickelt sich der Markt?

Mehr und mehr börsennotierte Unternehmen nehmen Nachhaltigkeitskriterien in die Unternehmenspolitik auf, um die Investitionsentscheidungen von Anlegern zu beeinflussen. Der Prozess hat erst begonnen. Umweltkatastrophen werden den öffentlichen Druck derart erhöhen, dass Nachhaltigkeit selbstverständlich werden wird. Das wird sich künftig auch im höheren Anteil nachhaltiger Investmentkonzepte niederschlagen. Die Fragen stellte Susanne Bergius.

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