Sechs Fragen an: Thomas Idzorek
„Edelmetalle bringen Ruhe ins Depot“

Thomas Idzorek ist Chefstratege bei Ibbotson Associates. Im Interview mit dem Handelsblatt spricht Idzorek über die Vorteile von Gold als Anlage, die angemessene Edelmetallquote für das Depot und geeignete Produkte.

Handelsblatt: Wann zeigt Gold seine Vorteile?

Thomas Idzorek: In Zeiten von Unsicherheit und globaler Instabilität ist Gold ein sicherer Hafen. Aus ökonomischer Sicht war es in der Vergangenheit auch ein Schutz gegen Inflation. Das aktuelle Rettungspaket der USA in Höhe von 700 Milliarden Dollar kann inflationsfördernd wirken. Das ist eine Indikation für künftig höhere Goldpreise.

Wie sehen Sie die Rolle des Metalls in der aktuellen Krise?

Die Bewegungen an den Wertpapiermärkten sind extrem. Aktien haben in diesem Jahr deutlich verloren. In so einem Umfeld bringen die steigenden Edelmetalle Stabilität.

Was bringt Gold als Beimischung zum Vermögen?

Wir haben die Effekte in mehreren Studien untersucht, haben allerdings Gold als Teil einer gesamten Edelmetallbemischung betrachtet. Die wichtigste Botschaft ist: Edelmetalle sind ein gutes Mittel zur Risikostreuung. Da zeigen sie ihren wahren Wert. Wenn beispielsweise Aktien oder Anleihen fallen, steigen die Metallpreise. Das glättet die Wertentwicklung des Gesamtvermögens.

Wie sehen Sie die Rolle des Goldes aus historischer Sicht?

Man braucht offensive und defensive Anlagen - wie im Fußball. Es wäre unvernünftig, je nach Spiellage auf die Defensive oder Offensive zu verzichten. Gold ist eine defensive Anlage. Es brachte Gewinn in den 70er-Jahren, zu den schlechten Zeiten für Aktien und Anleihen. Danach war Gold zwei Dekaden lang ein Verlustbringer. Es wäre aber falsch gewesen, am Tiefpunkt der Stimmung zur Jahrtausendwende Gold aus dem Depot zu verbannen. Seitdem steigt der Preis. Die aktuelle Finanzkrise hat den Preisaufschwung noch verstärkt.

Welche Edelmetallquote wäre angemessen für ein Depot?

Ich würde Rohstoffe insgesamt mit einer Quote von drei bis etwas über zehn Prozent berücksichtigen. Ein Fünftel bis zur Hälfte könnten Edelmetalle sein.

Was sind geeignete Produkte?

Terminkontrakte sind nur etwas für Profi-Anleger. Physische Investments in Münzen oder Barren kommen infrage. Leichter handelbar sind natürlich sogenannte Indexfonds für Rohstoffe, bei Edelmetallen gibt es solche Produkte auch mit physischer Hinterlegung des Metalls. Diese Produkte sind auch preisgünstig. Von Minenaktien würde ich eher abraten. Deren Entwicklung hängt sehr stark an der gesamten Börsenstimmung.

Die Fragen stellte Ingo Narat

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