Sechs Fragen an Uwe Döhler
Ideales Angebot für den Kleinsparer

Uwe Döhler ist Banken- und Finanzexperte bei der Stiftung Warentest. Im Interview mit dem Handelsblatt erklärt er, was Kunden bei der Auswahl ihres Sparplans beachten sollten und wann mehrere Sparpläne sinnvoll sind.
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Wem empfehlen Sie Banksparpläne?

Sie eignen sich besonders für sicherheitsbewusste Sparer, die diszipliniert kleine bis mittlere Beträge ansparen möchten. Ohne Kursrisiken einzugehen, können Anleger mit den Sparplänen garantierte und individuelle Sparziele erreichen. Zudem werden die Banksparpläne hierzulande nur von deutschen Instituten angeboten. Damit minimiert sich das Ausfallrisiko bei Pleiten, wie etwa bei den isländischen Banken.

Was sollten Sparer bei der Auswahl beachten?

Empfehlenswert sind Produkte mit flexibler Laufzeit. Kritisch sehe ich Verträge, die selbst nach einer Laufzeit von drei bis fünf Jahren einen Ausstieg zu fairen Konditionen verweigern. Viele Banken knüpfen den vorzeitigen Ausstieg an herbe finanzielle Einbußen. Ein Blick ins Kleingedruckte ist da wichtig.

Wie können Anleger am besten die Verzinsung der verschiedenen Angebote vergleichen?

Die verschiedenen Sparplanmodelle sind selbst für Experten nur schwer vergleichbar. Zwar bieten Verbraucherportale sogenannte Zinsrechner auf ihren Internetseiten an. Die können aber meist nicht zuverlässig alle Konditionen und Bedingungen einbeziehen. Ich rate, die Ansparsumme zu Laufzeitende direkt von den Banken kalkulieren zu lassen und unter Einbeziehung aller Bedingungen die Angebote zu vergleichen.

Wie bewerten Sie die verschiedenen Verzinsungsmodelle?

Die Banken bieten entweder eine garantierte oder variablen Verzinsung an. Die garantierte Variante bietet maximale Sicherheit. Variabel verzinste Angebote hingegen orientieren sich an Marktzinsen. Dies erhöht nicht nur das Renditerisiko im Falle sinkender Zinsen. Sie sind nach aktueller Berechnung auch schlechter verzinst als die Garantiezinsangebote. Die Entscheidung hängt somit vor allem an der persönlichen Einschätzung zur künftigen Entwicklung der Zinsen.

Welche Auswirkungen hat da ein Urteil des Bundesgerichtshofs zur Marktzinsbindung der Sparpläne?

Um zu verhindern, dass Banken die Verzinsung ihrer variablen Banksparpläne willkürlich und im Zweifel mit zunehmender Laufzeit zu immer schlechteren Konditionen anbieten, entschied der Bundesgerichtshof 2004: Banksparpläne mit variabler Verzinsung müssen an einen festen Marktzins gekoppelt werden. Das große Problem bleibt aber, dass die Berechnung der Basisverzinsung und die Auswahl der Referenzindizes sich deutlich unterscheiden. Einige Anbieter beziehen in ihre Berechnungen verschiedene Marktindizes ein, was einen Angebotsvergleich nahezu unmöglich macht.

Was empfehlen Sie Anlegern bei der Gestaltung ihrer Sparpläne?

Ich empfehle Sparern, die bereit sind eine etwas höhere Summe anzulegen, in mehrere Sparpläne einzuzahlen. So besteht die Möglichkeit, im Falle eines finanziellen Engpasses nur einen der laufenden Sparpläne zu kündigen. Somit bleiben eventuelle Prämien zumindest anteilig erhalten.

Die Fragen stellte Kora-Cora Krause.

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