Sechs Fragen zu offenen Immobilienfonds an: Sonja Knorr
„Die Rendite beträgt bis zu fünf Prozent“

Sonja Knorr leitet bei der Fondsratingagentur Scope die Analyse offener Immobilienfonds. Im Gespräch mit dem Handelsblatt erklärt sie unter anderem, für welche Anleger sich offene Immobilienfonds eignen und worauf Interessenten beim Kauf achten sollten.
  • 0

Für welche Anleger sind offene Immobilienfonds geeignet?

Die meisten offenen Immobilienfonds richten sich an sicherheitsorientierte Anleger mit einem mittel- bis langfristigen Anlagehorizont, die in breit gestreute Immobilienportfolios investieren wollen.

Worauf sollten Anleger bei der Wahl ihres Fonds achten?

Jeder Anleger sollte seine Entscheidung von der eigenen Risikobereitschaft abhängig machen. Ein globaler Fonds kann zwar die unterschiedlichen Entwicklungen auf den weltweiten Immobilienmärkten exzellent ausnutzen, geht dabei in der Regel aber auch höhere Risiken ein als etwa ein Europa-Fonds. Wer Wert auf Sicherheit legt, der sollte einen Fonds wählen, der breit gestreut investiert – und zwar geografisch, aber auch hinsichtlich der Nutzungsarten. Außerdem sollte der Fondskäufer beachten, dass hohe liquide Mittel die Fondsrendite verwässern, wenn es dem Fondsmanager nicht gelingt das Geld der Anleger zügig zu investieren.

Manche Fonds steuern die Mittelzuflüsse. Gefällt Ihnen das?

Wir sehen es positiv, wenn Gesellschaften den Anteilsvertrieb zeitweise aussetzen oder Gelder nur bei Bedarf abrufen, um den Mittelzufluss zu begrenzen. Das Management eines solchen Fonds zeigt, dass es aus den Problemen der vergangenen Jahre gelernt hat.

Mit welchen Vorsteuer-Renditen können Anleger langfristig rechnen?

Die langfristig erreichbare Rendite offener Immobilienfonds liegt bei solide gemanagten Fonds zwischen vier und fünf Prozent pro Jahr.

Werden offene Immobilienfonds zunehmend riskanter?

Für einen Teil der Produkte trifft das zu. Zum einen sind zahlreiche Immobilienfonds mit globalem Anlagehorizont neu auf den Markt gekommen. Außerdem haben auch einige ältere Fonds ihre Anlagestrategie geändert und wenden sich neuen Märkten zu. Stark im Kommen sind Standorte in Süd- und Mittelamerika – Chile, Mexiko, Argentinien – oder auch in Asien.

Bedient die Branche künftig immer häufiger Nischen?

Der Trend, Nischen und bestimmte Themen zu besetzen, ist in der Tat auch bei offenen Immobilienfonds zu beobachten und dürfte zunehmen. Derartige Themenfonds zielen aber eher auf institutionelle Investoren und vermögende Privatanleger, die den Immobilienteil ihrer Portfolios weiter optimieren wollen. Als Standardprodukte für Privatanleger sehen wir die Themenfonds auch künftig nicht, da sie in der Regel – ihren Anlagezielen entsprechend – weniger diversifiziert sind.

Kommentare zu " Sechs Fragen zu offenen Immobilienfonds an: Sonja Knorr: „Die Rendite beträgt bis zu fünf Prozent“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%