Sichere Anlagen
Zertifikate: Eine Garantie für (fast) alle Fälle

Das Wort Garantie hat etwas Verpflichtendes, etwas Endgültiges. Es steht für Sicherheit. Entsprechend hoch sind die Ansprüche von Anlegern, wenn sie Garantiezertifikate kaufen. Sie erhoffen sich von den Produkten attraktive Renditen, zumindest aber den vollständigen Schutz des eingesetzten Kapitals. Dass die Sache einen Haken hat, mussten Anleger in den vergangenen Tagen erleben.

FRANKFURT. Der Fall Lehman Brothers hat gezeigt, dass die Kapitalgarantie, die die Banken mit entsprechenden Zertifikaten in Aussicht stellen, löchrig ist. Sie gilt nämlich nur dann, wenn der Emittent am Ende der Laufzeit zahlungsfähig ist. Da Zertifikate wie Anleihen Inhaberschuldverschreibungen sind, unterliegen die Papiere - anders als beispielsweise Fonds - nicht der Einlagensicherung. Wird der Emittent insolvent, ist die Garantie nichts mehr Wert. Je nach Umfang der Insolvenzmasse droht Anlegern der komplette oder partielle Verlust ihres Kapitaleinsatzes.

Ob die Bankberater bei Lehman-Zertifikaten über dieses Risiko ausreichend aufgeklärt haben, werden eventuell Gerichte entscheiden. Anleger sollten aus der Pleite der US-Bank aber wichtige Lehren ziehen. Zertifikate bieten durch ihre spezielle Ausgestaltung Sicherheitspuffer - sei es partiell wie bei Bonus- und Discountzertifikaten oder zu 100 Prozent wie bei Garantiezertifikaten. Sie bergen aber neben einem allgemeinen Marktrisiko ein zusätzliches Emittentenrisiko. Die Bonität einer Bank - ausgedrückt in Ratings oder Risikoprämien - wird vor diesem Hintergrund zu einem entscheidenden Anlagekriterium.

Das gilt bei Garantiezertifikaten, die sich in den Depots der risikoscheuen Deutschen einen festen Platz gesichert haben, umso stärker, da Anleger ihr Geld den Banken bei diesen Produkten gleich für mehrere Jahre anvertrauen. Zwar ist ein Verkauf der Zertifikate an den Emittenten oder über die Börse theoretisch jederzeit möglich. Da die Kapitalgarantie nur am Ende der Laufzeit greift, drohen bei einem früheren Ausstieg allerdings Verluste.

Durch den Abschwung an der Börse notieren aktuell zahlreiche Garantiezertifikate unter ihrem Nennwert. Über die Rendite am Ende der Laufzeit sagt das nicht zwingend etwas aus, zumal die Kurse auch durch andere Faktoren beeinflusst werden. Dennoch drohen vielen Anlegern, die ältere Garantiezertifikate im Depot haben, am Tag der Rückzahlung Enttäuschungen. Denn die Papiere der ersten Stunde, die von den Banken massenweise an den Schaltern verkauft wurden, zeichneten sich vor allem durch eines aus: hochkomplexe Strukturen. Manche Produkte waren so konstruiert, dass sie selbst Experten kaum verstanden. So gab es Zertifikate, die nur dann mehr als einen geringen Mindestkupon zahlten, wenn aus einem Korb von zwei Dutzend Aktien während der Laufzeit keine enttäuschte.

Für die Emittenten war diese Art von Garantiezertifikaten attraktiv, weil sich hinter den komplexen Strukturen hohe Margen verstecken ließen. Inzwischen hat sich der Markt aber ein Stück weit gedreht, auch weil es in der Zertifikatebranche selbst viel Kritik an den Produkten gab. Das Angebot an Garantiezertifikaten ist in den letzten Jahren deutlich vielfältiger geworden. Viele Garantiezertifikate bieten inzwischen eine transparente Partizipation an der Kursentwicklung des Basiswertes, die nicht an zusätzliche Bedingungen geknüpft ist.

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