Sieben Fragen an: Aivaras Abromovacius
„Investoren entdecken das Baltikum“

Aivaras Abromovacius ist Partner der Fondsgesellschaft East Capital. Im Handelsblatt-Interview spricht er über den Boom im Baltikum, interessante Branchen in der Region und die Risiken der kleinen Wertpapiermärkte.
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Ist der Boom im Baltikum vorbei?

Zweistellige Wachstumsraten können nicht ständig andauern, und deshalb sollte man nicht überrascht sein, dass die baltischen Wirtschaften etwas langsamer wachsen. Die Wachstumsraten liegen aber immer noch deutlich über denen der „alten“ EU.

Und das bedeutet ...

... das heißt, dass das Wachstum weitergeht, weil der Übergang und die Anpassung an das EU-Niveau noch nicht vollzogen sind. Die Länder treten nur in eine Phase mit langsamerer Geschwindigkeit ein.

Welche Branchen sind in der Region derzeit am interessantesten?

Die Branchen, die sich hauptsächlich an den Endverbraucher wenden. Dazu zählt unter anderem der Einzelhandel. Eine Ausnahme bildet vermutlich der Immobilienmarkt, weil sich dort die Preise auf dem jetzigen Niveau stabilisieren werden.

Würden Sie direkte Investitionen oder Fonds-Anlagen empfehlen?

Wir glauben natürlich, dass Investitionen in Fonds der beste Weg sind, weil Fonds in verschiedene Branchen investieren. Unser East Capital Baltikum Fund hat in den vergangenen acht Jahren eine jährliche Rendite von 24,8 Prozent geliefert. Der Index kam nur auf 17,7 Prozent.

Wie sehen Sie die mittelfristige Entwicklung in den baltischen Ländern?

Die baltischen Unternehmen in unserem Portefeuille haben im ersten Halbjahr 2007 eine enorme Entwicklung durchgemacht. Die Einnahmen sind durchschnittlich um dreißig Prozent gestiegen, die Netto-Ergebnisse sogar um durchschnittlich vierzig Prozent. Deshalb sind wir weiterhin sehr optimistisch was die Entwicklung der Unternehmen in Estland, Lettland und Litauen angeht.

Welche Risiken sehen Sie auf diesen kleinen Wertpapiermärkten?

Alle kleinen Märkte können Liquiditätsprobleme bekommen. Die Liquidität auf den baltischen Märkten wird sich aber weiter verbessern, weil mehrere Unternehmen vermutlich an die Börse gehen werden. Außerdem haben weitere Investoren, sowohl aus dem Inland wie aus dem Ausland, begonnen, die baltischen Märkte für sich zu entdecken.

Wie sieht ihre Rendite-Prognose aus?

Wenn die Gewinne weiterhin steigen, werden die baltischen Märkte folgen.

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