Sieben Fragen an: Michael Hessling
„Künftig wird gerechter geteilt“

Michael Hessling ist Vorstand der Allianz Leben in Stuttgart. Im Interview mit dem Handelsblatt spricht der Banker über die Betriebsrente und erklärt, warum es für Arbeitnehmer attraktiver ist, künftig Arbeitszeit in einem Wertkonto anzusparen.
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Die Versorgungsregeln für Eheleute ändern sich. Was bringt das bei der Betriebsrente?

Die während der Ehe erworbenen Betriebsrentenansprüche werden künftig gerechter geteilt. Der geschiedene Ehepartner erhält einen eigenständigen Anspruch gegenüber dem Arbeitgeber oder dem Versicherer.

Was bedeutet der neue Versorgungsausgleich für Firmen?

Es entsteht ein zusätzlicher Versorgungsaufwand. Für die meisten Unternehmen dürfte es am einfachsten sein, die Verwaltung des Anspruches des geschiedenen Ehepartners auf einen Versicherer zu übertragen. Hier ist der Handlungsdruck aber nicht so groß, da das Gesetz voraussichtlich erst zum 1. September 2009 in Kraft tritt.

Ist es für Arbeitnehmer attraktiver künftig Arbeitszeit in einem Wertkonto anzusparen, um früher in Rente zu gehen?

Ja, die Rechtssicherheit steigt ab 2009. Zeitwertkonten sind besser vor Insolvenz geschützt. Die Pflicht der Arbeitgeber zur Insolvenzsicherung wird zudem sehr konkret geregelt.

Worauf müssen die Arbeitnehmer achten, wenn sie Zeitwertkonten nutzen?

In Zukunft können aufgebaute Zeitwertguthaben nicht mehr in betriebliche Altersversorgung, also eine Betriebsrente, umgewandelt werden. Die angesammelte Zeit sollte also auf jeden Fall für Freistellungsphasen genutzt werden.

Was tut der Arbeitnehmer, wenn er unsicher ist, ob er die Mittel für die Finanzierung des Vorruhestandes oder eine höhere Altersrente braucht?

In diesem Fall raten wir, dass er sich für die betriebliche Altersversorgung entscheidet.

Was müssen Arbeitgeber tun, die ihren Mitarbeitern Zeitwertkonten anbieten?

Alle Arbeitgeber, die bereits Zeitwertkonten eingerichtet haben, sollten zügig die Finanzierung und Insolvenzsicherung an die gesetzlichen Vorgaben anpassen. Die Allianz bietet dazu bereits heute ein breites Spektrum an einfachen kostengünstigen Lösungen an.

Ab 2010 sollen neue Bilanzregeln eingeführt werden. Was bedeutet dies?

Die vorgesehene Modernisierung des Bilanzrechts betrifft alle Unternehmen, die in ihrer Bilanz Pensionsrückstellungen bilden. Da zum Teil substanzielle Erhöhungen dieser Pensionsrückstellungen notwendig sein werden, sollte die Thematik rechtzeitig mit einem Gutachter oder Versicherungsfachmann besprochen werden.

Die Fragen stellte Thomas Schmitt.

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