Strategie
Wege an die internationalen Rohölmärkte

Anleger, die sich an den internationalen Rohölmärkten engagieren und auf steigende Ölpreise setzen wollen, können auf eine breite Palette unterschiedlicher Anlageprodukte zurückgreifen. Die besten Strategien im Überblick.
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Aktien Zu den Papieren des Energiesektors gehören zum einen die Aktien der großen Ölgesellschaften - wie etwa die britische BP, die niederländisch-britische Royal-Dutch-Shell, der französische Konzern Total oder auch die amerikanische Exxon Mobil. Hinzu kommen viele kleinere, börsennotierte Explorations- und Produktionsunternehmen, die nach Öl bohren. Ergänzt wird das Spektrum möglicher Aktienengagements durch Unternehmen, die zum Beispiel die Ausrüstung für die Ölfördergesellschaften liefern. Die Größe der Gesellschaften ist dabei oft dafür entscheidend, wie gut sich ein potenzieller Investor über das jeweilige Papier informieren kann. Bei einem Engagement in Ölaktien sollten Investoren zudem bedenken, dass der Kurs der Aktien nur zum Teil von der Entwicklung des Ölpreises beeinflusst wird. Auch der Trend der Aktienmärkte insgesamt sorgt für Kursausschläge in die eine oder andere Richtung.

Zertifikate Viele Investoren haben in den zurückliegenden Wochen versucht, an der Preisentwicklung über Ölzertifikate zu partizipieren. Dabei muss allerdings bedacht werden, dass den Zertifikaten als Basiswert nicht der aktuelle Tagespreis, sondern Öl-Future-Kontrakte zugrunde liegen. In den Terminkontrakten spiegelt sich aber in der Regel die Erwartung der Marktteilnehmer wider. Da zurzeit die meisten Akteure von steigenden Ölpreisen ausgehen, sind die später fällig werdenden Kontrakte teurer als die jüngeren. Diese Konstellation wird Contango genannt und hat für Investoren negative Folgen: Denn bei Fälligkeit - meist monatlich - muss die jeweilige Position neu ausgerichtet werden. Wenn der neue Kontrakt teurer ist als der alte, kommt es zu sogenannten Rollverlusten, also zu kontinuierlichen Verlusten. Die Contango-Konstellation wird daher gern als "Renditekiller" bezeichnet.

ETF/ETC Wie auch bei anderen Rohstoffen werden für Rohöl Exchange Traded Funds (ETF) und Exchange Traded Commodities (ETC) angeboten. Trotz der ähnlichen Abkürzungen gibt es aber Unterschiede: Die börsengehandelten Indexfonds ETF gelten als Sondervermögen, sind daher im Insolvenzfall des Emittenten geschützt. ETC unterliegen dagegen wie beispielsweise Schuldverschreibungen einem Emittentenrisiko. Zur Absicherung werden die Papiere je nach Ausgestaltung aber durch den jeweiligen Rohstoff hinterlegt.

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