„Strategische Metalle“
Knappheit bestimmt den Preis

„Strategische Metalle“ wie Kobalt, Chrom, Vanadium oder Molybdän haben andere Rohstoffe in den vergangenen Jahren eindeutig in den Schatten gestellt. Sie gelten nicht nur in Luft- und Raumfahrt als unverzichtbar. Im Internet-Zeitalter geht es an kaum einer Stelle noch ohne sie. Trotzdem ist der Preistrend nicht eindeutig.
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FRANKFURT. „Strategische Metalle“ haben andere Rohstoffe klar in den Schatten gestellt. Dies zeigt ein Blick auf den Preisvergleich der verschiedenen Rohstoffmärkte. Grund dafür sind die besonderen Eigenschaften dieser sogenannten Nebenmetalle, die oft als Beiprodukt in der Förderung von Buntmetallen wie Kupfer und Blei anfallen. Insbesondere in der Welt der Hochtechnologie sind diese raren Rohstoffe meist unverzichtbar.

Sowohl aus der Sicht von Technologieunternehmen als auch mit der Brille des Kapitalanlegers gesehen, verdienen diese „Nebenmetalle“ – im Englischen als „Minor Metals“ bezeichnet – zumindest ebenso große Beachtung wie die traditionellen Nichteisen-Metalle. Bei einigen dieser Nebenmetalle wird die allgemeine Versorgungslage inzwischen als kritisch eingeschätzt, da sie nicht so häufig wie die Buntmetalle in der Erdkruste vorkommen.

Weil die größten Lagerstätten dieser Metalle in jenen Regionen der Welt zu finden sind, die – zumindest in den Zeiten des kalten Krieges – als geopolitisch unsicher und für die Industrieländer des Westens daher als strategisch bedeutsam galten, erhalten die Stoffe den Zusatz „strategisch“. In diesem Kontext ist es wichtig zu wissen, dass das standortgebundene Auftreten dieser Bodenschätze im Hinblick auf die reibungslose Versorgung der Weltwirtschaft ein nicht unerhebliches Risiko darstellt. So ist bei einer ganze Reihe von Metallen eine sehr hohe Konzentration der Vorkommen auf einige wenige Länder festzustellen, denen in diesem Kontext rohstoffpolitisch eine hervorragende strategische Bedeutung zufällt.

Beim wichtigen Nebenmetall Kobalt sind zum Beispiel die politisch nicht gerade als stabil geltenden afrikanischen Länder Sambia und Kongo die weltweit größten Anbieter. Weit mehr als die Hälfte der heute bekannten Reserven der Metalle der Platingruppe sind in der Republik Südafrika und in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion zu finden. Noch extremer ist die Situation bei dem für die industriellen Nutzer so wichtigen Stahlveredler Vanadium, bei dem diese beiden genannten Länder rund 95 Prozent der globalen Vorräte auf sich vereinen. Die Republik Südafrika nimmt darüber hinaus eine ebenso hohe strategische Bedeutung bei der Versorgung der Welt mit Chrom und Mangan ein.

In diesem Zusammenhang ziehen auch die Argumente jener Experten nicht, die von einer möglichen Verknappung von Mangan nichts wissen wollen und auf die auf dem Meeresboden vorkommenden Manganknollen verweisen.

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