Technische Analyse
Die simple Welt der Kurse

In heißen Börsenphasen haben Vergleiche mit historischen Beispielen Hochkonjunktur. Derzeit gewinnt mit der Charttechnik eine Analyseform an Popularität, die den Blick in die Vergangenheit zur Methode gemacht hat. Gerade in schwierigen Börsenzeiten lässt diese Betrachtungsweise viele Rückschlüsse zu.
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DÜSSELDORF. Wie stark ist die Weltwirtschaft in früheren Krisen geschrumpft? Wie stehen die Unternehmen im Vergleich zu früheren Rezessionsphasen da? Und wie tief sind die Aktienkurse historisch im Schnitt gefallen, wenn es mit der Konjunktur bergab ging? Auf der schwierigen Suche nach Orientierung in den Marktwirren greifen die Anleger nach historischen Beispielen, die ihnen Anhaltspunkte für die weitere Börsenentwicklung geben sollen.

Als Analyseform, die den Blick in die Vergangenheit zur Methode gemacht hat, findet auch die Charttechnik in diesen Zeiten wachsende Beachtung. Deren Grundannahme ist, dass sich historische Kursverläufe wiederholen. Anhand von markanten Punkten im Chart oder statistischen Indikationen schreiben technische Analysten die Kursentwicklung von Aktien, Indizes, Rohstoffen und anderen Anlageklassen fort oder definieren mögliche Zielmarken, an denen eine Wende am Markt zu erwarten ist.

Weil die Fundamentaldaten aktuell ein diffuses Bild zeichnen und sich die Unternehmen kaum noch Geschäftsprognosen zutrauen, klammern sich Börsianer und Analysten zunehmend an diese historische Muster in Kursverläufen, um das Börsengeschehen zu erklären. "Der Vorteil der technischen Analyse ist, dass sie in allen Börsenphasen anwendbar ist", sagt Manfred Hübner, technischer Analyst und Geschäftsführer der Frankfurter Analysefirma Sentix. "Im Gegensatz zu Fundamentalanalysten beschäftigen wir uns mit der einzigen objektiven Information, die an den Börsen zu finden ist: dem Preis."

Dennoch sind die Kritiker, die technische Analyse als "Pseudo-Wissenschaft" oder "Kaffeesatz-Leserei" ablehnen, bis heute nicht verstummt. In der Realität hat sich diese rund 110 Jahre, nachdem Charles H. Dow, der Mitbegründer des "Wall Street Journal", mit seinen Arbeiten die Basis für die heutige technische Analyse legte, aber zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Finanzmarktanalyse entwickelt. Spätestens seit Computer an den Finanzmärkten über elektronische Handelssysteme für einen stetig steigenden Anteil der Umsätze verantwortlich sind, ist der Einfluss der Technik auf die Kapitalmärkte nicht mehr zu leugnen.

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