Technische Analyse
Dow Jones: Auf und ab wie im Lehrbuch

1 300 Punkte oder 20 Prozent hat der Dow in nur sechs Wochen zugelegt. Das schaffte das bekannteste Börsenbarometer der Welt in der Nachkriegsgeschichte noch nie.
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DÜSSELDORF. Nach der vorangegangenen dramatischen Halbierung in nur einem Jahr - einmalig in der Börsenhistorie - sprechen technische Analysten jetzt von einer guten Chance auf eine Bodenbildung. Das ist negativ und positiv zugleich. Negativ formuliert bedeutet die Bodenbildung nämlich: Der Höhenflug aus den vergangenen Wochen wird rasch enden. Positiv gedacht heißt das aber auch: Der Absturz ist zumindest fast zu Ende.

Der Reihe nach: Wie im Lehrbuch stürzte der Dow-Jones-Index ab, nachdem die Aktienkurse zuvor über viele Monate hinweg keine neuen Höhen mehr erreicht hatten. Die Hausse ermüdete - heißt es im Börsenjargon. Das wiederum ließ bei vielen technischen Analysten die Alarmglocken läuten. Sie verfassten düstere Prognosen. Als die Aktien anschließend tatsächlich ins Rutschen kamen und die Kurse rasch unter die vorangegangenen Tiefs fielen, stürzte der Dow regelrecht ab.

Der Grund: Viele Anleger, vor allem professionelle Investoren, ganz besonders in den USA, orientieren sich an Kurscharts und ihren Regeln. Allein schon deshalb erfüllen sich die Schlussfolgerungen daraus. Je häufiger die Prognosen der Charttechniker aufgehen, desto mehr richten sich nach ihnen und desto rasanter fallen die Kursausschläge aus.

Der Dow, in dem 30 namhafte und vor allem klassische amerikanische Unternehmen notieren, fiel im Februar sogar unter die Tiefs aus der Baisse 2002. Das wiederum hatte - wieder wie im Lehrbuch - einen neuen Kurssturz zur Folge. Nun schienen alle Dämme gebrochen, denn sinnvolle Unterstützungen, also Kurstiefs aus früheren Tagen, ließen sich nicht mehr herleiten. In solch einem Fall empfehlen Charttechniker unisono zu verkaufen und dem Markt so lange fern zu bleiben, bis er wieder steigt.

"Dass der Dow dennoch nicht unkontrolliert weiter abstürzte, ist ein positives Signal", sagt der freie Charttechniker Frederik Altmann. Die kräftige Erholung in den vergangenen Wochen lässt den Dow-Chart wie ein V aussehen. Technische Analysten sprechen deshalb von einer V-förmigen Erholung.

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