Umkehrformationen
Formationen für den Trendwechsel

Wann ist ein Trend zu Ende? Diese Frage steht für den technischen Analysten im Zentrum seiner Arbeit. Wichtige Indikationen liefern in diesem Zusammenhang sogenannte Umkehrformationen im Kurschart. Die wichtigsten Indikatoren für die korrekte Analyse im Überblick.
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V-Formation: Eine der markantesten Umkehrformationen ist die V-Formation. Auf einen starken Kursrückgang folgt hier eine plötzliche und ebenfalls rasante Erholung. Für Anleger ist das V sehr schwer in den Griff zu bekommen, da es für den Trendwechsel im Vorfeld keine verlässlichen Indikationen gibt und die Umkehr sehr schnell erfolgt. In der Praxis kommt die Formation nur sehr selten vor.

Doppel-Top: Ein häufiger auftauchendes Umkehrszenario ist das Doppel-Top. Dieses signalisiert das Ende eines Aufwärtstrends. Es wird auch als "M-Formation" bezeichnet, da es sich durch zwei Kursspitzen auszeichnet, die durch einen Rücksetzer unterbrochen werden. Entscheidend ist dabei, dass die zweite Spitze nicht mehr höher liegt als die erste. Außerdem ist die Formation erst dann komplett, wenn der Kurs im Anschluss an den zweiten Hochpunkt unter das Zwischentief der M-Bewegung fällt.

Doppel-Boden: Was das Doppel-Top für steigende Märkte ist, ist die Doppel-Boden-Formation im Abwärtstrend. Sie signalisiert Anlegern, dass es wieder Zeit für steigende Kurse wird und funktioniert spiegelbildlich zum Doppel-Top: Auf einen ersten Tiefpunkt folgt eine kurze Erholung, die ihrerseits von einem neuerlichen Rückschlag abgelöst wird. Komplettiert wird die Formation durch einen Kursanstieg, der stärker ausfällt als die Erholung in der Mitte der Formation.

Schulter-Kopf-Schulter: Eine Formation mit hoher Aussagekraft ist die Kopf-Schulter- oder Schulter-Kopf-Schulter-Formation. Sie weist - in Aufwärtsphasen - gleich drei Kursspitzen auf: Auf einen ersten Hochpunkt folgt eine Gegenbewegung, die in einen erneuten Kursanstieg übergeht. Dieser führt zum sogenannten Scheitelpunkt oder Kopf, der höher liegt als die erste Kursspitze. Anschließend folgen ein erneuter Rückschlag sowie wiederum eine Gegenbewegung, die aber nicht mehr auf das vorher erreichte Kursniveau führt. Abgeschlossen wird eine Kopf-Schulter-Formation durch den Bruch der Nackenlinie, die die Tiefpunkte der beiden Rücksetzer im Verlauf des Kursmusters verbindet. Inverse Kopf-Schulter-Formationen in fallenden Märkten funktionieren genau entgegengesetzt.

Die Umsätze: Eine wichtige Rolle bei allen Umkehrformationen spielt die Entwicklung der Handelsumsätze. Folgen diese speziellen Mustern, erhöht das die Aussagekraft einer Formation. Generell gilt, dass die Umsätze in oberen Wendemustern tendenziell abnehmen und bei unteren Umkehrformationen ansteigen. Der Ausbruch aus einer Formation ist fast immer mit einem deutlichen Umsatzanstieg verbunden. rad

Ralf Drescher
Ralf Drescher
Handelsblatt.com / Teamleiter Finanzen (bis 29.2.2012)

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