Vier Fragen zum Templeton Growth Fund an: Christian Michel
„Der Klon ist wendiger als das Original“

Christian Michel ist Fondsanalyst bei Feri Rating & Research. Im Interview mit dem Handelsblatt beurteilt er unter anderem die derzeitige Schwächephase des Templeton Growth Fund und spricht über seine Erwartungen an die neue Fondsmanagerin Cindy Sweeting.
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Wie beurteilen Sie die derzeitige Schwächephase des TGF?

Schwächephasen hat es für den Fonds immer wieder gegeben. Das ist auch nicht ungewöhnlich bei einer langfristig angelegten Anlage-Strategie wie der des Templeton Growth Funds. Gegen den Fonds spricht allerdings, dass er im Vergleich zur direkten Konkurrenz zuletzt deutlich abgefallen ist, obwohl er seinen Schwerpunkt auf Large Caps (Aktien mit großer Marktkapitalisierung) setzt, die in der Finanzkrise bislang besser abgeschnitten haben als mittlere und kleine Werte. Die direkte Konkurrenz hatte in dieser Phase verstärkt auch auf Aktien mittelgroßer Unternehmen gesetzt.

Seit Januar hat der Fonds eine neue Chefin. Was erwarten Sie von Cindy Sweeting?

Cindy Sweeting ist sehr erfahren, hat bereits lange Zeit den Investmentprozess beim TGF mitgeprägt. Sie wird nicht allzu viel ändern. Der Growth Fund ist das Allwetter-Produkt, das Flaggschiff von Franklin Templeton. Da kann man nicht so einfach den Kurs wechseln. Die Vorgaben sind da sehr eindeutig. Sweeting wird aber trotzdem versuchen, dem Fonds ihre eigene Handschrift zu geben - im Rahmen dessen, was möglich ist. Ihr Vorgänger Murdo Murchison hat das übrigens auch getan. Mich würde nicht wundern, wenn sie in der nächsten Zeit noch die ein oder andere Position im Depot austauschen würde.

Die Anleger sind trotzdem verunsichert. Was raten Sie im derzeitigen Umfeld?

Die jetzige Situation ist nicht einfach. Das Feri-Rating bewertet den Fonds derzeit nur mit "durchschnittlich". Die Anleger sollten der neuen Managerin aber Zeit geben und abwarten, ob sich die Wertentwicklung stabilisiert. Sollte das klappen, ist der Fonds nach wie vor für konservative Anleger eine gute Wahl. Er wird zwar wegen seiner langfristigen Strategie in den kurzfristigen Performance-Hitlisten nie ganz vorne zu finden sein. Die Veränderung im Rating kann aber Aufschluss über die Entwicklung geben.

Welche Variante ist interessanter, Euro oder Dollar?

Dollar. Warum sollte ich die Euro-Version nehmen, wenn ich das Original haben kann. Das Währungsrisiko ist in beiden Fällen da, unabhängig von der Fondswährung. Entscheidend ist immer, wo investiert wird. Bei der Strategie gibt es ohnehin kaum Unterschiede. Letztlich ist die Euro-Version der Luxemburger Klon des Originals. Allerdings ist das Volumen der Euro-Variante deutlich geringer. Der Klon ist deshalb wendiger, einzelne Positionen sind schneller ausgetauscht. Der Anleger sollte allerdings auch steuerliche Aspekte bei seiner Entscheidung berücksichtigen.

Christian Panster
Christian Panster
Handelsblatt Online / Ressortleiter Finanzen

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