Vorsorge
Gute Beratung von Anfang an

Jungen Menschen fällt das Sparen schwer – das liegt nicht einmal an der Lebenseinstellung, sondern ist vorrangig ein Problem der Liquidität. Dennoch sind Altersvorsorge und Vermögensaufbau wichtige Themen. Allerdings ist die Suche nach einer passenden Beratung nicht einfach und auch für die Ratsuchenden selbst gilt es, einige Vorbereitungen zu treffen.
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DÜSSELDORF. Mit 20 schon an Vorsorge und Vermögensaufbau denken – junge Erwachsene tun sich damit schwer. Doch auch sie müssen sich damit auseinander setzen. Sei es, wenn sie bei den Eltern ausziehen, auf ein bestimmtes Ziel hin sparen oder vorhandenes Geld anlegen möchten. Wer aber mit dem Thema Geldanlage bisher wenig zu tun hatte, sollte weder auf das eigene Gefühl, noch auf den gut gemeinten Rat von Freunden oder Bekannten vertrauen, sondern sich einen professionellen Berater suchen.Den zu finden, ist allerdings gar nicht so einfach. Erste Anlaufstelle für Schüler, Auszubildende oder Studenten ist in der Regel die Hausbank.

Der Einstieg in die Beratung fällt zumeist schwer. Deshalb ist es sinnvoll, sich gut auf das Gespräch vorzubereiten. Wer gleich drauflosredet und von der Lebensversicherung des besten Freundes erzählt, geht die Sache falsch an. Zunächst muss nämlich eine Beratungssituation entstehen. „Der Kunde muss dem Berater erst einmal sagen, dass er überhaupt eine Beratung will“, sagt Dietmar Vogelsang, Sachverständiger für Kapitalanlagen. Offenheit ist hier wichtig: Wer sich wie viele junge Menschen in Finanzfragen nicht auskennt, sagt das dem Berater am besten auch, sonst kann der Experte nicht optimal auf die Bedürfnisse des Kunden eingehen. Nicht vergessen: Vor Beratungsbeginn sollte der junge Erwachsene darum bitten, dass der Berater ein Protokoll erstellt, das beide unterschreiben und von dem er eine Kopie erhält.

Doch woran erkennt man einen guten Berater?

Beim ersten Beratungsgespräch gehe es im Wesentlichen um einen Informationsaustausch, sagt Burkhard Baye, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Investmentberater. Ganz wichtig ist dabei, wie viel der junge Mensch schon über Geldanlage weiß. Der Berater fragt zunächst nach Personendaten wie etwa Alter oder Schulabschluss; dann will er wissen, welche Versicherungen, Sparkonten, Anlagen oder Verpflichtungen der Ratsuchende schon hat. Zudem wird er sich ausreichend Zeit nehmen, die Wünsche und beruflichen Ziele des Kunden zu erfragen. Doch das ist gerade bei jungen Menschen schwierig. Sie wissen oft noch gar nicht, wohin der Berufsweg sie führt und welches Einkommen sie später haben werden. „Daher kann gerade die Altersvorsorge noch nicht Thema der ersten Beratung sein“, sagt der Sachverständige Vogelsang. Dies könne nur an der Situation vorbeigehen. In der Ausbildung oder dem Studium das Thema Altersvorsorge aufzugreifen, sei sehr schwer. Wer hingegen schon im Beruf steht, kann das Thema angehen.

Ein guter Berater wird sich ein genaues Bild davon machen, wie risikofreudig sein Gegenüber ist. Auch das können junge Menschen oftmals nur schwer einschätzen und brauchen die Unterstützung des Experten. Sparbücher etwa sind sicher, bringen aber nur wenig Rendite; eine Anlage in einzelne Aktien hingegen birgt ein recht hohes Risiko – sollten die Kurse an der Börse einbrechen, ist ein Großteil des Geldes futsch. Erst wenn der Experte alle wichtigen Daten zusammen hat, kann er nach passenden Produkten suchen.

Die Regeln sind dabei immer die gleichen: Wichtig für junge Menschen ist zunächst einmal eine sinnvolle Absicherung. Wer nicht mehr über die Eltern haftpflichtversichert ist, muss eine eigene Police abschließen. Wichtig ist auch, sich mit einer entsprechenden Versicherung gegen Berufsunfähigkeit abzusichern. Je eher solch eine Police abgeschlossen wird, desto geringer sind die monatlichen Beiträge.

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