Wirtschaftserziehung
Informationen sind entscheidend

Datenbeschaffung und -verarbeitung sind die Grundlagen Erfolg versprechender Geldanlage: Anleger sollten sich vor dem Kauf eines Wertpapiers immer gut und ausgiebig informieren. Nur wer sich genau auskennt, kann auch Entscheidungen treffen, die Gewinne versprechen. Das hört sich allerdings leichter an, als es ist.
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DÜSSELDORF. „Wir haben Wirtschaftszeitungen gelesen und sind alle drei Tage ins Internet gegangen“, sagt Simon Helmbrecht. Der 15-Jährige leitete eines der Siegerteams des Planspiels Börse der vergangenen Jahre. Schüler aus ganz Europa können hier den Handel mit Aktien üben. Simon und sein Team haben damit eine der wichtigsten Grundregeln des Börsenhandels befolgt: Anleger sollten sich vor dem Kauf eines Wertpapiers immer gut und ausgiebig informieren. Nur wer sich genau auskennt, kann auch Entscheidungen treffen, die Gewinne versprechen. Ein schlecht informierter Anleger hat oft das Nachsehen.

Experten haben auch einige Tipps parat, was es bei der Suche nach Informationen zu beachten gilt. „Wichtig ist, dass die Quelle der Information objektiv ist“, sagt Joachim Goldberg von der Finanzanalysegesellschaft Cognitrend. „Hat derjenige, der mir die Informationen zukommen lässt, unter Umständen ein bestimmtes Interesse oder gar Betrug im Sinn?“ Ein Beispiel hierfür sind Spam-Mails, die das elektronische Postfach überfluten. Betrüger behaupten darin, sie hätten vorab wichtige Nachrichten über ein Unternehmen erhalten, und dessen Aktienkurs werde bald in die Höhe schnellen. Doch die angeblichen Erfolgsmeldungen stellen sich bald als Bluff heraus – und wer den vermeintlichen Geheimtipp befolgt, verliert Geld.

Zuverlässige Nachrichten über Unternehmen und die Finanzmärkte bieten bekannte Medien wie Zeitungen, Magazine und das Fernsehen sowie seriöse Internet-Dienste. „Anleger sollten sich möglichst in Medien informieren, die aktuell sind“, sagt Goldberg. Sie sollten also nicht auf Aktienempfehlungen achten, die schon vier Wochen oder älter sind. Wichtige Fakten können sich schon verändert haben.

Eine weitere wichtige Informationsquelle sind die Studien, die Analysten von Banken verfassen. Darin bewerten sie die Aussichten der Aktien eines Unternehmens und geben auch eine konkrete Empfehlung, ob das Papier kaufenswert ist oder nicht. Einige der Finanzinstitute geben aber die Studien ihrer Research-Abteilungen nur an ihre eigenen Kunden heraus.

Professor Dirk Schiereck gibt den Ratschlag, einen Blick in die Geschäftsberichte der Unternehmen zu werfen. Aufschlussreich auch für Aktienanleger seien die Angaben zu ausgegebenen Anleihen, die Informationen zur Finanzkraft der Firmen bieten. „Sich da durchzulesen kostet natürlich Mühe“, sagt Schiereck, Inhaber des Stiftungslehrstuhls Bank- und Finanzmanagement an der European Business School. „Aber das ist auch ein hervorragender Indikator für die eigenen Fähigkeiten: Wenn ein Anleger nicht versteht, was in dem Finanzbericht steht, sollte er darauf auch keine Entscheidung aufbauen.“ Dann solle er die Aktienauswahl lieber einem professionellen Berater überlassen.

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