100-jährige Anleihe
Bayer will „ewige Anleihe“ tilgen

Die Rückzahlung einer 100-jährigen Anleihe erleben meist nur die Kinder eines Investors. Nicht so die Anleihegläubiger von Bayer: Der Pharmakonzern plant, schon nach zehn Jahren seine „ewige Anleihe“ zu tilgen.
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DüsseldorfDass Anleger das noch erleben dürfen: Der Pharmakonzern Bayer plant vorzeitig eine 100-jährige Anleihe (ISIN XS0225369403) zu tilgen. Der Dax-Konzern hatte die Anleihe mit einer Laufzeit von 100 Jahren und einem Kupon von fünf Prozent im Jahr 2005 begeben. Rein theoretisch wäre die Anleihe mit einem Volumen von 1,3 Milliarden Euro also erst im Jahr 2105 zurückgezahlt worden. Doch Bayer macht von seinem Rückzahlungsrecht Gebrauch und plant ab dem 29. Juli 2015 die Anleihe zu tilgen. Die offizielle Benachrichtigung an die Investoren wird im Juni dieses Jahres folgen.

100-jährige Anleihen werden häufig als „ewige Anleihen“ bezeichnet, wobei sie nicht ewig sind – ihre Rückzahlung erlebt der Anleger allerdings in der Regel nicht. 100-jährige Anleihen wurden in der Vergangenheit unter anderem auch von Walt Disney und Coca Cola begeben. Auch Staaten wie Mexiko und China haben eine 100-jährige Anleihe emittiert. Die wirklich ewigen Anleihen begab dagegen Großbritannien: Anleihen ohne Rückzahlungstermin, aber mit Kündigungsrecht.

Anleger kaufen 100-jährige Anleihen oft wegen der höheren Rendite gegenüber kurzlaufenden Anleihen – und hoffen diese Anleihe an ihre Kinder und Enkel zu vererben. Allerdings sind solche großen Laufzeiten für Privatanleger riskant. Denn wer kann garantieren, dass ein Unternehmen noch in 100 Jahren existiert? Ein weiteres Risiko: Wenn die Leitzinsen steigen, werden kurze Anleihen wieder beliebter und langlaufende Anleihen verlieren an Attraktivität – und an Wert.

Walter Epp
Walter Epp
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter

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