300 Mill. Euro Schaden
Leipzig-West meldet Insolvenz an

Die Wohnungsbaugesellschaft Leipzig-West AG (WBG Leipzig-West) hat am Montag Insolvenzantrag gestellt. Die Staatsanwaltschaft Leipzig ermittelte bereits wegen Insolvenzverschleppung gegen das Wohnungsunternehmen.

rrl DÜSSELDORF. Die WBG Leipzig-West hat nicht an der Börse gehandelte Anleihen ausgegeben und war Anwälten zufolge mit Zinszahlungen und Rückzahlungen der Anleihen im Verzug.

Anleger, die am Montag nachmittags bei der WBG Leipzig-West anriefen, empfing eine Stimme vom Band: „Leider sind wir derzeit nicht für Sie erreichbar. Wir haben heute Insolvenz angemeldet.“ Anwalt Jochen Resch, der mit dem Anlegerschutzverein Dias (Deutsches Institut für Anlegerschutz) kooperiert, schätzt den möglichen Schaden auf bis zu 300 Mill. Euro. Von den Zahlungsausfällen könnten bis zu 30 000 Anleger betroffen sein.

Unabhängig von den Ermittlungen wegen Insolvenzverschleppung bestätigte die Staatsanwaltschaft weitere Strafanzeigen gegen die WBG Leipzig-West. Anwalt Walter Späth sagte, nun sei zu prüfen, ob Kapitalanlagebetrug vorliege. Anwälte haben den Verdacht, dass die Gesellschaft ein Schneeballsystem betrieben hat. Bei einem solchen Systems werden Anlegergelder nicht oder nur unzureichend investiert. Die Zins- oder Gewinnansprüche der Anleger werden zunächst aus den Einzahlungen neuer Anleger befriedigt. Gelingt es nicht mehr, genügend Einzahlungen von Neuanlegern zu akquirieren, um die Forderungen der Altanleger zu bedienen, bricht es zusammen.

Die Anleihegläubiger der WBG Leipzig-West müssen nun ihre Forderungen gegen die Gesellschaft anmelden. Wie viel Geld sie erhalten, wird vom Erlös des Immobilienvermögens abhängen.

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