AA+ Rating
Herunterstufung Frankreichs lässt die Märkte kalt

Es gibt kaum noch Länder mit dem begehrten Triple-A Rating – deswegen sind die Anleger nicht von der Herabstufung Frankreichs verunsichert. Die französische Regierung hält derweil an ihren Plänen fest.
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FrankfurtFitch entzieht Frankreich die Top-Bonitätsnote, und die Anleger bleiben ruhig: Die Kurse der zehnjährigen Anleihen des Eurolandes gaben zu Wochenbeginn leicht nach, die Renditen zogen auf 2,224 Prozent nach 2,186 Prozent am Freitag an. Die Pariser Börse hielt sich wie die meisten Indizes in Europa im Plus. „Offenbar haben sich die Investoren inzwischen an den Gedanken gewöhnt, dass nicht mehr viele Länder mit AAA-Rating übrig sind”, sagte Nikolaos Panigirtzoglou, Analyst bei JPMorgan.

Die Agenturen S&P und Moody's hatten Frankreich schon vor einiger Zeit die Bestnote entzogen. Insofern sei zu erwarten gewesen, dass Fitch mit den übrigen Agenturen irgendwann gleichzieht, schrieben die Analysten der Commerzbank in einem Kommentar. Zu den Ländern der Euro-Zone, die bei den allen Ratingagenturen noch ein Spitzenrating aufweisen, gehören Deutschland, Finnland, Luxemburg und die Niederlande.

Die Bonitätswächter von Fitch senkten ihre Bewertung für die Staatsanleihen Frankreichs aufgrund der unsicheren Wirtschaftsaussichten, der hohen Arbeitslosenquote und der Staatsverschuldung am Freitag auf AA+ von zuvor AAA. Der Ausblick ist stabil, womit zunächst keine weitere Herabstufung droht. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone war im ersten Quartal in die Rezession gerutscht.

Der französische Finanzminister Pierre Moscovici erklärte, dass die Regierung an ihren Plänen festhalte, das Haushaltsdefizit und die Arbeitslosigkeit zu senken. Präsident Francois Hollande prognostizierte, dass das zweite Halbjahr wirtschaftlich besser laufen werde als das erste.

Aus Sicht der Analysten der Metzler Bank fehlt dem Land bislang jeder Reformdruck. „Ob die Europäische Währungsunion damit in eine stabile Zukunft steuert, wenn das Schwergewicht Frankreich seine Finanzen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht in den Griff bekommt, bleibt fraglich”, heißt es in dem Kommentar der Experten.

Analysten fürchten, dass mögliche weitere Herabstufungen des Landes die Stimmung in der Euro-Zone insgesamt belasten könnten. „Frankreich bleibt eine der größten Volkswirtschaften der Euro-Zone, aber wenn sich die Bonität weiter verschlechtert, verliert das Land seine Glaubwürdigkeit”, sagte ING-Stratege Alessandro Giansanti.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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