AAA in Gefahr
S&P zieht Deutschlands Top-Rating in Zweifel

Das deutsche Top-Rating wackelt. Die Ratingagentur Standard & Poor's hat den Ausblick auf negativ herabgesetzt. Sie überprüft auch die Bonität weiterer 14 EU-Länder.
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New YorkDie Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) droht mit der Herabstufung von Deutschland und 14 anderen Ländern der Euro-Zone. Neben der Bonität Deutschlands wackelt auch das Top-Rating Frankreichs, der Niederlande, Österreichs, Luxemburgs und Finnlands. Der negative Ausblick für die betroffenen Länder könnte eine Herabstufung innerhalb von 90 Tagen nach sich ziehen. Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt bei 1 zu 2.

Während etwa Frankreichs Top-Rating schon seit mehreren Wochen als gefährdet gilt, war dies für Deutschland bis vor kurzem noch unvorstellbar. Allerdings hatte die Bundesrepublik Ende November erhebliche Probleme bei der Platzierung einer Anleihe und die Bundesbank musste als Käufer eines wesentlichen Teils einspringen.

S&P zeigte sich jetzt besorgt angesichts der „möglichen Auswirkungen“ der zunehmenden politischen, finanziellen und monetären Probleme der europäischen Wirtschaften und der europäischen Währungsunion.

Die Ratingagentur erhöht damit den Druck vor dem EU-Gipfel am Ende der Woche. Sie beklagte „den mangelnden Fortschritt“ der europäischen Politiker bisher sowie deren ihrer Meinung nach unkoordiniertes und unentschlossenes Handeln. Er könne durch „strukturelle Schwächen in den Entscheidungsprozessen der Eurozone und der Europäischen Union“ verursacht sein.

S&P begründete den bisher heftigsten Warnschuss gegen die Eurozone am späten Montagabend damit, dass die Probleme in der Eurozone in den vergangenen Wochen ein Maß erreicht hätten, das die Zone als Ganzes unter Druck setze.

Es gebe das Risiko, dass die Eurozone als Ganzes im kommenden Jahr in die Rezession rutsche, hieß es weiter. Die Wahrscheinlichkeit liege bei 40 Prozent. Für Staaten wie Spanien, Portugal und Griechenland geht S&P sicher von einem Wirtschaftsabschwung aus.

Eine Herabstufung weiterer Länder der Euro-Zone würde auch die Kreditaufnahme für den Euro-Rettungsschirm ESM verteuern und die Gefahr für die Euro-Zone somit erhöhen.

Staaten mit guter Bonitätsnote können sich in der Regel zu besseren Konditionen Geld von Investoren leihen als Länder mit einer schlechteren Note. So spart Deutschland etwa im Vergleich zu Italien jedes Jahr einen Milliardenbetrag wegen niedrigerer Zinsen.

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Die möglichen Folgen für den Euro-Rettungsschirm

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  • "Wer einmal lügt ....". Seit dem die Rückzahlung griechischer Staatsanleihen (Euroland) nicht mehr sicher sind, wird deutlich: Staatsanleihen, Eurobonds (früher "Mündelsicher") sind keine sichere Geldanlage mehr! Selbst Kleinsparer laufen Gefahr, Ihre Sparrücklagen zu verlieren!!
    Die Investoren werden als "Zitterprämie" höhere Zinsen verlangen müssen.
    Auch die Rücklagen der Pensionsfonds in Staatsanleihen werden leider unsicher - den Schaden hat dann der kleine "Rentenbezieher". So entsteht kein Vertrauen!

  • Sehr interessant, was hier zu hören ist im Forum. Kann mir bitte jemand erklären, warum D bei Ihnen ein AAA verdient?
    Hat D je seit 1949 Schulden zurückgezahlt, oder ist der Schuldenstand je geringer geworden seit dem 2.WW?
    Wenn ein UNternehmen oder Privatperson seit über 60 Jahren nur Schulden macht, denke ich sehr gewiß dass dieser schon lange pleite wäre, oder??


  • EUROPA muss sich vom Diktat der USA und FED-Gründer-Clans befreien !

    Friedensvertrag bestimmen " Ami go home "

    Eigene Rating-Agenturen aufstellen.

    Zockerei/Spielcasino an den Börsen Europas verbieten.

    Abgrenzen dass wir nicht mit Billig-Dollars überschwemmt werden

    Nicht jeden Billigschrott aus China importieren/konsumieren

    Schulden und Zinsen einfrieren - ob das den Investoren passt oder nicht .

    Wirtschaftlich-soziale machbare Konzepte erarbeiten und umsetzen - ohne korrupte Vermittler

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