AAA in Gefahr

S&P zieht Deutschlands Top-Rating in Zweifel

Das deutsche Top-Rating wackelt. Die Ratingagentur Standard & Poor's hat den Ausblick auf negativ herabgesetzt. Sie überprüft auch die Bonität weiterer 14 EU-Länder.
Update: 05.12.2011 - 23:22 Uhr 26 Kommentare

New YorkDie Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) droht mit der Herabstufung von Deutschland und 14 anderen Ländern der Euro-Zone. Neben der Bonität Deutschlands wackelt auch das Top-Rating Frankreichs, der Niederlande, Österreichs, Luxemburgs und Finnlands. Der negative Ausblick für die betroffenen Länder könnte eine Herabstufung innerhalb von 90 Tagen nach sich ziehen. Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt bei 1 zu 2.

Während etwa Frankreichs Top-Rating schon seit mehreren Wochen als gefährdet gilt, war dies für Deutschland bis vor kurzem noch unvorstellbar. Allerdings hatte die Bundesrepublik Ende November erhebliche Probleme bei der Platzierung einer Anleihe und die Bundesbank musste als Käufer eines wesentlichen Teils einspringen.

S&P zeigte sich jetzt besorgt angesichts der „möglichen Auswirkungen“ der zunehmenden politischen, finanziellen und monetären Probleme der europäischen Wirtschaften und der europäischen Währungsunion.

Die Ratingagentur erhöht damit den Druck vor dem EU-Gipfel am Ende der Woche. Sie beklagte „den mangelnden Fortschritt“ der europäischen Politiker bisher sowie deren ihrer Meinung nach unkoordiniertes und unentschlossenes Handeln. Er könne durch „strukturelle Schwächen in den Entscheidungsprozessen der Eurozone und der Europäischen Union“ verursacht sein.

S&P begründete den bisher heftigsten Warnschuss gegen die Eurozone am späten Montagabend damit, dass die Probleme in der Eurozone in den vergangenen Wochen ein Maß erreicht hätten, das die Zone als Ganzes unter Druck setze.

Es gebe das Risiko, dass die Eurozone als Ganzes im kommenden Jahr in die Rezession rutsche, hieß es weiter. Die Wahrscheinlichkeit liege bei 40 Prozent. Für Staaten wie Spanien, Portugal und Griechenland geht S&P sicher von einem Wirtschaftsabschwung aus.

Eine Herabstufung weiterer Länder der Euro-Zone würde auch die Kreditaufnahme für den Euro-Rettungsschirm ESM verteuern und die Gefahr für die Euro-Zone somit erhöhen.

Staaten mit guter Bonitätsnote können sich in der Regel zu besseren Konditionen Geld von Investoren leihen als Länder mit einer schlechteren Note. So spart Deutschland etwa im Vergleich zu Italien jedes Jahr einen Milliardenbetrag wegen niedrigerer Zinsen.

Die möglichen Folgen für den Euro-Rettungsschirm
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26 Kommentare zu "AAA in Gefahr: S&P zieht Deutschlands Top-Rating in Zweifel"

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  • "Wer einmal lügt ....". Seit dem die Rückzahlung griechischer Staatsanleihen (Euroland) nicht mehr sicher sind, wird deutlich: Staatsanleihen, Eurobonds (früher "Mündelsicher") sind keine sichere Geldanlage mehr! Selbst Kleinsparer laufen Gefahr, Ihre Sparrücklagen zu verlieren!!
    Die Investoren werden als "Zitterprämie" höhere Zinsen verlangen müssen.
    Auch die Rücklagen der Pensionsfonds in Staatsanleihen werden leider unsicher - den Schaden hat dann der kleine "Rentenbezieher". So entsteht kein Vertrauen!

  • Sehr interessant, was hier zu hören ist im Forum. Kann mir bitte jemand erklären, warum D bei Ihnen ein AAA verdient?
    Hat D je seit 1949 Schulden zurückgezahlt, oder ist der Schuldenstand je geringer geworden seit dem 2.WW?
    Wenn ein UNternehmen oder Privatperson seit über 60 Jahren nur Schulden macht, denke ich sehr gewiß dass dieser schon lange pleite wäre, oder??


  • EUROPA muss sich vom Diktat der USA und FED-Gründer-Clans befreien !

    Friedensvertrag bestimmen " Ami go home "

    Eigene Rating-Agenturen aufstellen.

    Zockerei/Spielcasino an den Börsen Europas verbieten.

    Abgrenzen dass wir nicht mit Billig-Dollars überschwemmt werden

    Nicht jeden Billigschrott aus China importieren/konsumieren

    Schulden und Zinsen einfrieren - ob das den Investoren passt oder nicht .

    Wirtschaftlich-soziale machbare Konzepte erarbeiten und umsetzen - ohne korrupte Vermittler

  • Und warum läßt sich unsere Regierung das gefallen?
    Die Ratingagenturen stecken mit Ihren Prognosen zu Gunstend der Hochfinanz und Hedgefonds (von denen man bezahlt wird) unter einer Decke!

  • Abgekartetes Spiel!
    Die ganzen gegenwärtig kolportierten sogenannten Rettungskonstruktionen funktionieren nur, wenn die großen "Retter", vorgeblich alles Netto-Zahler, das gleiche Rating haben. Da davon auszugehen ist, dass Frankreich mit Sicherheit abgestuft wird, könnte Frankreich nicht an der "Rettung" teilnehmen, sondern würde ganz offiziell selbst direkt profitieren durch die Bürgschaften der AAA-Länder.
    .
    Die S&P-Abstufung ist rein politisch und Propaganda, denn tatsächlich ist es nur Pro-Forma: Am Ende zahlen nämlich immer der deutsche Sparer, die deutschen Rentner, und alle, die Ansprüche auf Sozialleistungen gegen den deutschen Staat haben.
    .
    Schon die bisherigen "Rettungs"konstruktionen waren fehlerhaft: Wären die Bürgschaften fällig geworden, wäre Frannkreich abgestuft worden, und hätte dann für eigene Anleihen mehr zahlen müssen, als die "geretteten" Länder für das Geld aus den "Rettungs"fonds. Der Vertrag sah dazu vor, dass in dem Fall die solchermaßen abgestuften Länder nicht mehr bürgen müßten, sondern die verbliebenen Länder mehr übernehmen müßten, also AAA-Länder.
    Da Deutschland das letzte AAA-Land wäre, heißt dass nichts anderes, als dass die bisherigen "Rettungs"fonds vollständig durch Deutschland abgesichert wurden!
    .
    Mir ist dies sofort aufgefallen. Und bestimmt auch vielen anderern. Aber in den deutschen Medien hört man GARNICHTS davon!

  • Was für gigantische Möglichkeiten, auf fallende Kurse in Europa zu wetten (mit 100 % Gewinnchance).

  • Faktisch möchte S&P Deutschland eine Breitseite verpassen .

    Eine Herabstufung Deutschlands ist nicht gerechtfertigt .

    Die US-Ratingagenturen sind generell nicht glaubhaft u. handeln im Interesse der US Mafia der Supperreichen .

    Der Bankrottladen USA ist pleite .Das Ganze läuft jetzt auf einen geplanten Euro-Bankrott dieser zweifelhaften Gangsterfirmen hinaus .

    Sollte Deutschland von AAA herabgestuft werden , so kann
    sich die Finanzwelt weltweit auf einen Blackout einrichten u. damit sind alle Währungen unter Druck .

    Deutschland ist das Rückgrat der Finanzwelt ,sollten hier
    die bekannten US-Irren an diesem Rad drehen so wird der
    Schuß nach hinten losgehen .

    Es drohen weltweit Bürgerkriege die auch einen Weltkrieg
    nicht ausschließen .

  • Reines Eigeninteresse: Mal völlig abgesehen davon, dass man die Herabstufung Deutschlands, ebenso wie Frankreichs, der USA, usw. durchaus rechtfertigen könnte, ist leider völlig unklar *warum* das eine Land abgestuft wird und das andere nicht.
    .
    Also muss man schon fragen, wem die Herabstufung nützt? Ablenkung von den Angelsachsen - okay, aber mit Blick auf den Zeitpunkt und die sich gerade anbahnende Eurokrisenlösung *ohne* Eingriff der EZB, könnte man durchaus vermuten, dass man man damit ein Eingreifen der EZB erzwingen will. Warum? Vielleicht um angelsächsische Banken und Investoren zu schützen?
    Vielleicht gibt es da noch bessere Erklärungen.

  • Anonymer Benutzer: "Noch AAA"

    OK, wir hatten die Wiedervereinigung, wir haben uns auf den Euro eingelassen, wir hatten die Bankenkrise in den USA, gleichzeitig stehen wir am Begin einer Bevölkerungsentwicklung, die bekannter weise die Finanzierung vieler älterer, nicht arbeitsfähiger Bürger mit wenig Nachwuchs sicherstellen muß, die Energie wird um ein Vielfaches teurer, China will wachsen, wir wollen das Klima retten, ein arabischer Staat entwickelt die Atombombe, Nordkorea hat sie vielleicht schon, Afganistan ...

    Bei den heutigen „Problemchen“ weiß ich gar nicht, wie wir zu so hohen Schulden kommen konnten ...? Wie bezahlen wir die kommenden, die wirklichem Probleme ...?

    Ich hoffe die Ratingagenturen kommen noch so gerade rechtzeitig, um uns endlich einmal zu erklären, so geht es wohl doch nicht weiter ...!

  • Erfolgreicher Mini-Gipfel Paris-Berlin zur Reform der Eurozone, Monti stellt Sparpläne vor, worauf die Renditen der italienischen Zehnjährigen in den Keller gehen, sehr erfolgreiche deutsche Auktion von Kurzläufern heute. Und dann droht S&P, die in der Nicht-Einigung des amerikanischen Super-Committee vor wenigen Tagen wohl kein Problem sahen, den Top-Europäern mit Herabstufung. Wer jetzt noch an eine objektive, vorurteilsfreie Arbeit der Agenturen ohne politische Agenda glaubt, dem ist nicht mehr zu helfen.

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