Abstufung
Fitch straft Italien ab

Noch keine Regierung in Sicht und jetzt auch noch Ärger vonseiten der Ratingagenturen: Nach dem Wahl-Patt in Italien senkt Fitch die Kreditwürdigkeit des Euro-Krisenlandes.
  • 15

London/Rom/FrankfurtNach dem unklaren Wahlausgang in Italien hat die Ratingagentur Fitch die Bonitätsnote von Italien um eine Stufe gesenkt. Die Kreditwürdigkeit werde jetzt nur noch mit „BBB+“ bewertet, teilte Fitch am Freitag in London mit. Zuvor war Italien noch mit „A-“ bewertet worden.

Zudem droht Fitch der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone eine weitere Herabstufung an. Der Ausblick für das Rating ist „negativ“. Die aktuelle Note liegt nur noch drei Stufen über dem sogenannten Ramschniveau.

Das war die erste Abwertung der Bonität des Euro-Krisenlandes seit den Parlamentswahlen, die wegen des Patts für Unsicherheit an den Märkten gesorgt hatten. Unmittelbar nach dem Urnengang hatte auch die Ratingagentur Moody's mit einer Abstufung der Bonität gedroht, da dem Land wegen des Patts zwischen Mitte-Links und Mitte-Rechts unter dem skandalumwitterten Ex-Premier Silvio Berlusconi politischer Stillstand drohe.

Eine Lösung in Rom ist bislang nicht in Sicht. Es drohen Neuwahlen. Konkurrent Standard & Poor's bewertet Italien wie Fitch mit „BBB+“ - Moody's eine Note schlechter mit „Baa2“.

Ein schlechteres Ranking verteuert in der Regel die Kreditaufnahme am Kapitalmarkt. Das kann die Probleme des Euro-Krisenlandes Italien noch verstärken. Der Eurokurs und der italienische Anleihemarkt reagierten kaum auf die Entscheidung von Fitch.

Die italienische Regierung verwies am Abend in einer ersten Reaktion aber darauf, dass Fitch auch Fortschritte Italiens in den vergangenen zwei Jahren anerkenne, wie die Nachrichtenagentur Ansa meldete. So ist in der Fitch-Mitteilung etwa von beachtlichen Fortschritten bei der Haushaltskonsolidierung die Rede.

Seite 1:

Fitch straft Italien ab

Seite 2:

Wie Fitch die Herabstufung begründet

Kommentare zu " Abstufung: Fitch straft Italien ab"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Italien wird die Euro-Zone so schnell leider nicht verlassen.
    Die sind doch auch nicht blöd, und wissen genau wo Ihr Geld herkommt.
    Schließlich wird die Kuh erst geschlachtet (also die Reissleine gezogen), wenn sie keine Milch mehr gibt. Nicht vorher.
    Und darum werden wohl einige Länder in der EU solange kaputt gespart, bis auch die Schrott sein werden.
    Mit der Begründung der Solidarität.
    Dasselbe gilt für alle andere Mittelmeerstaaten.

  • @Und_tschuess

    Und die Sause läuft bei mir nicht mit Sekt, sondern mit Champagner

  • Das war klar, dass sich unsere amerikanischen Freunde diese Steilvorlage auch diesmal nicht entgehen lassen und die "günstige" Situation in Europa nutzen, um vom eigenen Verschuldungsgrad und Reformunwillen abzulenken.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%