Allianz-Investmentchef
„Bundesanleihen sind im Blasen-Territorium”

Deutschlands größter Versicherer sieht den Markt für Staatsanleihen skeptisch. Investmentchef Andreas Gruber sieht die Gefahr von Blasen – und erklärt, was die Alternativen sind.

New York/MünchenDeutsche Bundesanleihen (Bunds) befinden sich im Blasen-Territorium, glaubt Investmentchef Andreas Gruber. Der Versicherungskonzern setzt deshalb auf ein anderes Pferd: Die Allianz plane, den Bestand an Unternehmensanleihen auszubauen, sagte Gruber in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg – trotz der jüngsten Unternehmensanleihekäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB).

Der Versicherer sei niemals wirklich ein starker Investor im Bereich deutscher Staatsanleihen gewesen, erklärte Gruber. Es habe auf den Märkten für festverzinsliche Wertpapiere von unterstaatlichen Emittenten, von Unternehmen und für nicht auf Euro laufenden Schuldtitel stets viele bessere Alternativen gegeben.

Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel am 10. Juni unter 0,01 Prozent und erreichte damit ein Rekordtief. Ein Schritt unter null würde Deutschland in die Gesellschaft von Japan und der Schweiz bringen, die bereits negative Renditen bei Anleihen mit Laufzeiten von einem Jahrzehnt oder länger aufweisen.

Der Einbruch der Renditen hängt mit dem Vorgehen der Europäischen Zentralbank (EZB) zusammen. Die Notenbank hat ihrem ausgeweiteten 1,7 Billionen Euro schweren Kaufprogramm am 8. Juni Unternehmensanleihen hinzugefügt, um die Wirtschaft im Euroraum anzukurbeln.

Die Allianz plant Gruber zufolge, ihre Allokation in Unternehmensanleihen weiter auszubauen – trotz der Zentralbankkäufe. Das Volumen dessen, was die EZB erwerbe, sei im Verhältnis zum Gesamtmarkt viel geringer als bei Staatsanleihen, sagte er. Daher wirke sich das nicht so stark auf die künftigen Erträge oder die Liquidität aus. Die Allianz werde das Engagement im Bereich der Unternehmensanleihen weiter leicht verstärken. Das Unternehmen müsse andere Bereiche erweitern, da es keine Staatsanleihen oder andere Schuldpapiere mit negativen Renditen kaufe, fügte der Allianz-Chefinvestor an.

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Investoren müssen höhere Risiken akzeptieren

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