Analysten empfehlen Bonds, deren Rating hochgestuft werden könnte
Bei Unternehmensanleihen sind Aufsteigerqualitäten gefragt

Noch sind die Anleihen von Unternehmen wie Ericsson oder Alcatel vielen Investoren nicht gut genug. Denn die mächtigen Ratingagenturen wie Standard & Poor’s oder Moody’s haben beide Telekomausrüster als schlechte Schuldner eingestuft. Doch diese Unternehmen haben wie viele andere Firmen, die bei den Bonitätswächtern in Ungnade gefallen sind, ihre Hausaufgaben gemacht und kräftig Schulden getilgt.

FRANKFURT/M. Nun empfehlen Analysten „Rising Stars“, sprich Firmen, die in absehbarer Zeit ihr gutes Rating zurückbekommen könnten. Für Anleger, die auf Kursgewinne bei Anleihen setzen, eröffnet dieses Comeback attraktive Kaufgelegenheiten; denn die Kurse der Firmenbonds steigen gewöhnlich, wenn sie von der unsicheren Spekulationsklasse in die sichere Investitionsklasse heraufgestuft werden.

Die Grenze zwischen schlechter (Speculative-Grade) und guter Bonität (Investment-Grade) verläuft bei S&P und Fitch bei den Noten „BB+“ und „BBB-“, bei Moody’s zwischen „Ba1“ und „Baa3“. Die Unterscheidung zwischen beiden Kategorien ist wichtig, weil viele Fonds, Versicherer und Unternehmen nur Anleihen mit guter Bonität halten dürfen.

Als heißer Aufstiegskandidat auf Sicht von bis zu zwei Jahren wird bei vielen Banken jetzt der schwedische Telekomausrüster Ericsson genannt (siehe Tabelle). Mit den Ratings „BB“ und „Ba2“ von S&P und Moody’s ist das Unternehmen noch zwei Stufen von der Investitionsklasse entfernt. Wenn sich der positive Trend fortsetzt, ist es für BNP Paribas aber „offensichtlich“, dass Ericsson bis 2006 ein gutes Rating erhält.

Monica Fernandez von der DZ Bank geht davon aus, dass Ericsson noch früher hochgestuft wird. Auch die Hypo-Vereinsbank (HVB) ist für Ericsson optimistisch gestimmt: „Ericsson hat wie auch Alcatel in den vergangenen beiden Jahren stark Schulden abgebaut, und die Nachfrage stabilisiert sich für die Unternehmen“, sagt Stephan Haber. Dabei stehe Ericsson noch besser da als der französische Telekomausrüster Alcatel, meint Haber – eine Einschätzung, die auch JP Morgan, DZ Bank und BNP Paribas teilen. Dennoch wird mit Sicht auf zwei Jahren auch Alcatel Aufstiegspotenzial zugetraut, wenn sich die Auftragslage weiter verbessert und Alcatel weiter Kosten spart. Dabei gilt die Telekommunikationszulieferer-Industrie aber als sehr zyklisches und damit unsicheres Geschäft.

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