Analysten stufen Schwellenländer-Anleihen wegen der großen Rohstoffabhängigkeit Südamerikas herab
Brasilien-Bonds leiden unter Chinas Kehrtwende

Die mögliche Zinssenkung in den USA und die drohende Konjunkturabschwächung in China sorgen unter Investoren, die auf Schwellenländer (Emerging Markets) setzen, für Nervosität. Besonders betroffen sind südamerikanische Anleihen, denn diese hätten von fallenden Rohstoffpreisen infolge einer schwächeren Konjunktur in China stark zu leiden.

SÃO PAULO/BUENOS AIRES. Rohstoffe machen fast die Hälfte aller lateinamerikanischen Exporte aus. Chinas hohes Wachstum und scheinbar unersättliche Nachfrage nach Rohstoffen hatte die Weltmarktpreise hochgetrieben. Jetzt fürchtet die Regierung in Peking eine Überhitzung und will gegensteuern.

Lateinamerikanische Märkte fielen letzte Woche parallel zu den Rohstoffpreisen, nachdem chinesische Banken eine härtere Kreditvergabe angekündigt hatten. Am vergangenen Freitag stufte dann das Investmenthaus JP Morgan seine Beurteilung für Emerging-Markets-Bonds von „übergewichten“ auf „neutral“ herab. Der von der Bank errechnete Emerging Markets Index (EMBI) fiel innerhalb eines Monats um 6 %. Einen ähnlich hohen Verlust hatte es zuletzt im Juli 2001 gegeben, als die Ratingagentur Moody’s argentinische Staatsanleihen herabgestuft hatte.

Kursverluste verzeichneten vor allem brasilianische Anleihen: In der vergangenen Woche stieg der Risikoaufschlag zu US-Staatsanleihen entsprechend um 0,6 Prozentpunkte auf 6,62 Prozentpunkte und damit auf den Stand von Oktober 2003. Weil die brasilianischen Bonds einen Anteil von rund 23 % im EMBI ausmachen, sind sie maßgeblich für den Risikoanstieg des Index verantwortlich. „Die brasilianischen Anleihen sind eindeutig die sensibelsten sind unter den Emerging-Markets-Anleihen“, sagt Drauzio Giacomelli von JP Morgan. Schon vor zehn Tagen hat die Bank ihren Kunden empfohlen, ihre brasilianischen Anleihen im Portfolio zu reduzieren. Auch die Citibank zog nach.

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