Anleger in Aufruhr: Ist die Schuldenkrise zurück?

Anleger in Aufruhr
Ist die Schuldenkrise zurück?

Über Wochen hinweg ging es an den Märkten bergauf. War das nur die Ruhe vor dem Sturm? Die jüngsten Entwicklungen in Spanien und Italien haben bei Anlegern die gerade erst verdrängten Ängste wieder aufgefrischt.

FrankfurtDie Unsicherheit ist zurück: Nach einer wochenlangen Kursrally stehen die globalen Aktienmärkte wieder unter Druck. Auch der Euro hat seinen Höhenflug zunächst abgebrochen, „sichere Häfen“ wie der amerikanische Dollar oder deutsche Staatsanleihen erhalten Zulauf.

Grund für den Rücksetzer ist abermals die europäische Schuldenkrise. In Spanien sehen sich Ministerpräsident Mariano Rajoy und zahlreiche Parteifreunde Korruptionsvorwürfen ausgesetzt. In Italien, dem zweiten großen Sorgenkind im Währungsraum, scheint die Popularität des ehemaligen Regierungschefs Silvio Berlusconi vor den Parlamentswahlen zuzunehmen.

Spürbar war die Verunsicherung der Marktteilnehmer vor allem zu Wochenbeginn. Am Montag lagen die Aktienmärkte in Europa und den USA im tiefroten Bereich. An den Börsen und Anleihemärkten Südeuropas trübte sich die Stimmung merklich ein, was sich auch in deutlich höheren Risikoaufschlägen für spanische und italienische Staatsanleihen zeigte.

Der Euro gab in etwas mehr als 24 Stunden zwei US-Cent ab und verlor damit einen guten Teil seiner Kursgewinne aus der vergangenen Wochen. Am Dienstag entspannte sich die Lage in Europa etwas, die asiatischen Aktienmärkte verbuchten aber weitere Verluste. Ist die Schuldenkrise zurück?

Die meisten Beobachter gehen nicht so weit. Die Analysten der Düsseldorfer Bank HSBC Trinkaus sprechen von einer Atempause. Das passt ins Bild: Insbesondere der Euro hatte in den vergangenen Monaten einen Höhenflug hingelegt. Die hohe Geschwindigkeit, mit der die Gemeinschaftswährung zu amerikanischem Dollar, japanischem Yen und britischem Pfund aufwertete, provozierte kritische Äußerungen aus der Politik.

Als erster warnte der ehemalige Chef der Euro-Finanzminister, Jean-Claude Juncker, vor einem zu hohen Eurokurs. Auch Devisenexperten äußerten zuletzt vermehrt die Sorge, die Aufwertung des Euro könnte über eine Verteuerung europäischer Ausfuhren die konjunkturelle Erholung im Währungsraum gefährden. Insofern kommen die jüngsten Verluste des Euro nicht vollends ungebeten.

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