Anlegerschützer empört: Prokon-Ankündigung wirkt wie „Erpressung“

Anlegerschützer empört
Prokon-Ankündigung wirkt wie „Erpressung“

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz kritisiert das Vorgehen des von der Insolvenz bedrohten Windanlagen-Finanzierers Prokon scharf. Mehr als doppelt so viele Anleger wie bei Lehman sind betroffen.
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DüsseldorfNach der Pleitedrohung des Windparkbetreibers Prokon wächst der Druck auf den Gesetzgeber. „Der eigentliche Skandal ist, dass die Politik den grauen Markt noch immer nicht gebändigt hat“, sagte Klaus Nieding von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) dem Handelsblatt. „Auf die betroffenen Anleger wirken die aktuellen Verlautbarungen schlichtweg wie eine klassische Erpressung“, sagte sein Kollege, DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler, der „Bild am Sonntag“.

Zuvor hatte die Windpark-Firma aus dem schleswig-holsteinischen Itzehoe ihren Anlegern in einem Schreiben mit der Insolvenz gedroht, wenn sie ihr Kapital zurückforderten. Knapp 1,4 Milliarden Euro haben rund 75.000 Anleger in Genussrechte von Prokon investiert. Zum Vergleich: Bei der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers waren etwa 30.000 Anleger betroffen.

Weil es sich dabei um sogenannte Graumarktangebote handelt, ist die Finanzaufsicht Bafin machtlos. "Prokon betreibt keine erlaubnispflichtigen Bankgeschäfte und untersteht damit nicht der Aufsicht der Bafin“, sagte eine Sprecherin. Umso lauter werden jetzt Stimmen, den Aufsehern mehr Kompetenzen zu geben und den grauen Markt zu regulieren.

"Der Fall Prokon zeigt, dass die Einwände gegen eine strengere Regulierung der Finanzmärkte unberechtigt sind", sagte der Finanzpolitiker Lothar Binding (SPD) dem Handelsblatt. "Wir müssen versuchen, die grauen Märkte auszumerzen." Auch Unions-Fraktionsvize Michael Fuchs sieht Handlungsbedarf. Der Staat dürfe „der Abzocke von Anlegern nicht tatenlos zusehen“.

Wenn es nach dem von der Insolvenz bedrohten Windkraftfinanzierers Prokon geht, sind an der misslichen Lage vor allem die anderen Schuld: Unter anderem hätte die schlechte Berichterstattung in den Medien dazu geführt, dass Anleger zuletzt verstärkt Genussrechte gekündigt – und damit für das Unternehmen wichtige Liquidität abgezogen haben.

So appellierte das Unternehmen am Samstag auf seiner Internetseite an die verbliebenen Anleger: „Wir sind auf Ihre Hilfe angewiesen.“ Nicht die wirtschaftliche Lage setze Prokon unter Druck, sondern „der Kapitalentzug durch die Kündigungen unserer Anleger.“

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Prokon-Ankündigung wirkt wie „Erpressung“

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Ungeprüftes Zahlenwerk

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Fragliches Geschäftsmodell

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  • @-Logo - stimme Ihnen voll zu: Wer sich auf den grauen Kapitalmarkt begibt, kommt darin um: Bafin schafft nocht nicht malden geregelten Makt.

  • Aus dem Faltblatt für Wirtschaftlichkeit:

    "Stille Reserven der Windparks in Planung 175 Mio.€"


  • Ich verstehe die Aufregung nicht. Höhere Rendite bedeutet höheres Risiko, und das dürfte den meisten PROKON-Anlegern bewusst gewesen sein. Falls es nun wirklich zur Insolvenz kommen sollte, bekommen die Anleger eben weniger zurück, als sie investiert haben. Das kann auch bei anderen Anlageformen wie Aktien oder Fonds in der gleichen Größenordnung passieren. Selbst bei Gold.
    Aber in dem Artikel geht es auch nicht um jammernde PROKON-Anleger, sondern es wird die Auffassung der DSW dargestellt. Interessant wäre hier eine repräsentative Umfrage unter beteiligten Anlegern.

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