Anlegerverhalten
Investoren greifen bei Junk-Bonds zu

Die Investoren an den Anleihemärkten sind wieder wagemutiger geworden. Das erstreckt sich indes nicht auf das ganze Bond-Universum: Während die Anleger bei Junk-Bonds - Unternehmensanleihen mit hohem Ausfallrisiko - beherzt zugreifen, hält sich das Interesse bei strukturierten Papieren noch in Grenzen.

FRANKFURT. Die sogenannten Asset Backed Securities (ABS), mit Forderungen unterlegte Anleihen, gelten als Mitauslöser der Finanzkrise, weil Investoren die Risiken von mit wackligen Suprime-Krediten unterlegten Papieren unterschätzt hatten. Das führte auch bei anderen ABS zu massiven Kurseinbrüchen, von denen sich die Papiere zumindest in Europa bislang kaum erholt haben. "ABS sind schwer zu analysieren und komplexer, als viele Investoren gedacht hatten, deshalb ist das Interesse noch verhalten", sagt Michael Krautzberger, einer der Leiter des europäischen Anleiheteams beim Vermögensverwalter Blackrock.

Junk-Bonds legten dagegen in diesem Jahr eine beeindruckende Rally hin. Die Kurse sind seit Januar nach Daten von Merrill Lynch in Europa im Schnitt bereits um gut 13 und in den USA um 19 Prozent gestiegen. Damit hängten die Junk-Bonds die Aktienmärkte klar ab. Auch die Aktieninvestoren greifen seit März zwar wieder zu, was wiederum die Junk-Bond-Kurse mit nach oben zog. Auf Jahressicht liegen die europäischen Aktienmärkte aber nur leicht im Plus und die US-Börsen noch leicht im Minus. Bei Junk-Bonds kommen zudem zu den Kursgewinnen noch die hohen Zinseinnahmen. Beides zusammen brachte den Investoren auf Jahressicht schon Gesamterträge von mehr als 20 Prozent.

Für Fondsmanager Andrew Lake ist es kein Wunder, dass Junk-Bonds so viel besser abschneiden als Aktien. "Die Bewertungen, sprich die Renditen und Risikoprämien waren sehr verlockend, weil sie ein Worst-Case-Szenario einpreisten", meint Lake, der Fonds für hochverzinsliche Unternehmensanleihen bei F&C Investment verwaltet.

Im vergangenen Jahr waren die Junk-Bond-Kurse eingebrochen, weil Investoren im Zuge der Finanzkrise die Ausfallrisiken neu bewerteten. Das verschärfte sich durch die Pleite der US-Bank Lehman Brothers im September. "Ende 2008 spiegelten die Bewertungen von Junk-Bonds eine große Depression mit einer jährlichen Ausfallrate von 30 bis 35 Prozent wider", meint Robert McAdie, Leiter der Kreditstrategie und des europäischen Kredit-Researchs bei Barclays Capital: "Dies war übertrieben und lockte Investoren an."

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