Anleihe aufgestockt
Schalke besorgt sich mehr Geld

Schalke zapft erneut den Kapitalmarkt an: Der Fußballklub verkauft Anleihen im Wert von 15 Millionen Euro. Die Nachfrage sei „lebhaft“ gewesen. Das Geld kommt von professionellen Investoren.
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Der FC Schalke 04 stockt seine im Juni 2012 platzierte Mittelstandsanleihe um weitere 15 Millionen Euro auf. Die Anleihe sei im Rahmen einer Privatplatzierung ausschließlich an institutionelle Investoren in Deutschland und im europäischen Ausland verkauft worden, teilte der Verein am Montag mit. Als Ausgabepreis für die neuen Papiere wurde 100 Prozent festgelegt. Sie haben einen festen jährlichen Zinssatz von 6,75 Prozent und eine Laufzeit bis Juli 2019.

„Wir haben in den letzten Monaten eine starke Nachfrage von institutionellen Investoren nach unserer Anleihe erfahren. Dieser Nachfrage haben wir gerne nachgegeben und uns dazu entschieden, auf das ursprünglich geplante Volumen von 50 Millionen Euro aufzustocken“, sagte Peter Peters, Finanzvorstand des FC Schalke. Einen Zusammenhang mit dem jüngst erfolgten Transfer von Kevin Prince Boateng vom AC Mailand zum FC Schalke, der mutmaßlich 12 Millionen Euro gekostet haben dürfte, gebe es nicht. „Wir nutzen die Anleihe nicht für Transfers. Sie dient der Umfinanzierung und damit der Optimierung unserer Finanzstrukturen“, hieß es auf Anfrage von Handelsblatt Online.

Bei der Ausgabe der Anleihen im Juni 2012 (WKN: A1ML4T / DE000A1ML4T7) waren 35 Millionen Euro zusammen gekommen - weniger als zunächst geplant. In den vergangenen Monaten nahm das Interesse der Investoren stetig zu. Der Kurs des börsennotierten Papiers erreichte im August seinen Höchststand bei 108,75 Prozent. Seitdem ist der Kurs wieder gefallen, am Montag lag er bei 100,09.

Insgesamt setzte der hoch verschuldete Klub im vergangenen Jahr 190,8 Millionen Euro um, deutlich weniger als ein Jahr zuvor (224,2). Die Finanzverbindlichkeiten konnten die Königsblauen von 184,8 auf 173,1 Millionen Euro verringern.

Durch die Ausgabe weiterer Anleihen dürfte der Schuldenstand zumindest kurzfristig steigen. Die Vereinsvertreter sehen darin jedoch kein Problem: „Da wir den ganz wesentlichen Teil der Anleihe zur Umfinanzierung nutzen, erhöht dies nicht unsere Verschuldung. Da die Uefa jedoch die Gelder aus der Champions League zu einem Teil erst im kommenden Jahr auszahlt, gehen wir davon aus, dass sich unsere Finanzverbindlichkeiten zum 31.12 vorübergehend erhöhen.“ Man verfolge weiterhin das Ziel, die Finanzverbindlichkeiten in den kommenden Jahren weitestgehend abzubauen.

Jörg Hackhausen
Jörg Hackhausen
Handelsblatt Online / Reporter

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  • Kaum zu glauben, daß institutionelle Investoren das Papier gezeichnet haben. Habe eher an unbedarfte, trottelige Fans gedacht, die den Schrott erwerben. Zumal das Geschäftsmodell auf sehr viel Zufall und sehr, sehr wenigen wirklichen Entscheidern im Verein beruht = allerhöchstes Risiko. Andersherum: Der Coupon ist viel zu niedrig.
    Aber auch Bill Gross von Pimco ging baden...professionell sieht anders aus.

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