Deutschland, König der Schuldenmacher

Anleihe-Auktion
Deutschland, König der Schuldenmacher

Deutschland profitiert weiterhin von der Euro-Krise. Bei der heutigen Anleiheauktion muss der Bund erneut keine Zinsen an die an Investoren zahlen, sondern kassiert sogar Geld für seine Schulden.
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FrankfurtDeutschland verdient auch nach dem Beschluss der EZB für einen Kauf von Staatsanleihen der Euro-Krisenstaaten Geld beim Schuldenmachen. Die Versteigerung von Schatzanweisungen mit sechsmonatiger Laufzeit spülte 3,4 Milliarden Euro in die Staatskassen, wie die mit dem Schuldenmanagement des Bundes betraute Finanzagentur am Montag mitteilte. Die Durchschnittsrendite lag bei minus 0,0147 Prozent. Anleger zahlen damit eine Prämie, um an die als ausfallsicher geltenden Papiere zu gelangen. Im Juli lag die Rendite bei minus 0,05 Prozent. Die Nachfrage nach den Schatzanweisungen war robust: Die Auktion war 1,5-fach überzeichnet. Im August hatte die Nachfrage das Angebot nur um das 1,3-Fache übertroffen.

Deutschland profitiert in der Schuldenkrise von seinem Status als sicherer Hafen. Die Kreditwürdigkeit wird von den drei großen Ratingagenturen mit der Bestnote AAA bewertete. Anleger sind deshalb bereit, auf Rendite zu verzichten oder sogar eine Prämie zu zahlen, um ihr Geld sicher parken zu können. Krisenstaaten wie Italien und Spanien müssen dagegen enorme Risikoaufschläge zahlen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat deshalb in der vergangenen Woche beschlossen, unter bestimmten Bedingungen wieder Anleihen am Markt aufzukaufen, um so die Zinskosten für diese Länder zu drücken.

Kommentare zu "Deutschland, König der Schuldenmacher"

Alle Kommentare
  • "Deutschland profitiert weiterhin von der Euro-Krise"

    ...absolute Volksverblödung...

    Deutschland VERBLUTET an der Eurokrise!

    ...denn es ist wahnsinnig lukrativ sich zu ./. 1% Geld zu leihen und es dann an zahlungsunfähige und zahlungsunwillige Schuldner weiterzugeben. Der Gewinn ist dann genau Minus 99%.

    Ein hoch auf die Systemmedien und ihre Mittäter...

  • Bald ist die Party vorbei, dann steigen hier die Zinsen - oder die Infaltion. Die Haushaltlage des Bundes wird bei sinkenden Steuereinnahmen (im Konjunkturzyklus immer mal dran) dramatisch sein. Dann steigen die Zinsen als Risikoprämie, die Steuern und das bei Inflation. Früher war die Zukunft auch besser...

  • 'Realist1' sagt
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    Liebes Handelsblatt. Es wäre einmal schön, wenn sie einmal recherchieren würden, weshalb eine Großbank Minuszinen, in diesem Falle bei minus 0,0147 Prozent, in Kauf nimmt.
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    Keine Großbank tut das.

    Sondern Versicherungen und Renterträger, die jetzt Geld haben und Ausgaben in sechs Monaten.

    Und die lieber 147 Euro pro Million Euro bezahlt als sich einen Tresor und Wachmann anzuschaffen für Zweitausend 500-Euro Scheine.

  • Ich verstehe Ihre Aufregung, aber Ihren Vorschlag finde ich einseitig. Sie haben nicht berücksichtigt, dass Arbeit ein wichtiger Beitrag für die Resozialisierung darstellen kann - soweit Therapiefähigkeit attestiert würde.

    Es gibt viele Ehrenälter, in denen sich die Abgeordneten betätigen können. Ich denke da insbesondere an die Altenpflege oder an den Hygienemanager bei der Kommune.


  • Ich könnte mir vorstellen, dass das mit den höheren Anforderungen der Eigenkapitalunterlegung (Solvabilitätsvorschriften) bei Banken zusammenhängt. Wenn nach dem KSA-Standardansatz die Eigenkapitalunterlegung für dt. Staatsanleihen bei 0% liegt (Rating f. Deutschland muss m.W. bei AAA bis AA- liegen), kann es wohl günstiger sein in solche Pos. zu investieren als in risikobehaftete Positionen, die teuer mit Eigenkapital zu unterlegen sind (hohe EK-Kosten).

  • Liebes Handelsblatt. Es wäre einmal schön, wenn sie einmal recherchieren würden, weshalb eine Großbank Minuszinen, in diesem Falle bei minus 0,0147 Prozent, in Kauf nimmt.
    Dies geht nur, wenn sich die Bank zwei mal bei der EZB refinanziert und die z. B. Italienische Staatsanleihe Risikomäßig mit der Deutschen Staatsanleihe aufrechnen darf.
    Also: Bank refinanziert sich bei EZB zu 0,75 % und kauft dafür z. B. Italienische Staatsanleihe. Mit der Italienischen Staatsanleihe als Sicherheit refinaziert sich die Großbank abermals bei der EZB und kauf davon eine "sichere" Deutsche Staatsanleihe. Oder?
    Keine Großbank zahlt dem "Deutschen Staat" Minuszinsen. Vom Einzelgeschäft her betrachtet wäre es dann besser, nichts zu tun.

    Anleger zahlen damit eine Prämie, um an die als ausfallsicher geltenden Papiere zu gelangen.

  • Wie lange geht das noch gut?
    Schäuble bekommt den Haushalt nicht in den Griff.
    Trotz gewaltiger Steuermehreinnahmen werden weiter Schulden
    gemacht und nichts getilgt.
    Garantien für den ESM usw. werden ohne mit der Wimper zu
    Zucken ausgestellt.
    Die Verschuldungsquote mit diesen Garantien muss doch schon
    weit über 100% liegen.
    Die Politkaste ist hochgradig kriminell und ohne Skrupel.
    Hauptsache man hat sein privates Salär weiter "in trockenen Tüchern", egal ob Pension, Aufträge aus der Wirt-
    schaft oder hochdotierte "Schlafwagenpöstchen" in Brüssel.
    Diese Kaste muss weg. Weggesperrt bei Wasser und Brot in
    Anstalten für geistig Minderbemittelte, oder in Knast,
    zu den Schwerstverbrechern.

  • wieso wir 'koennten'
    wir werden!

  • Kann es gesund sein, wenn Kapitalanleger keinen Zins für Konsumverzicht erhalten?

    Wie pervers muss sich das System entwickelt haben?

    Das ist ja so, als ob der Autofahrer sein Benzin bei der Tankstelle vor lauter Angst vor einer Autobombe hinterlegt und sich ins Auto ohne Sprit setzt und glaubt, beim Start, wenn er denn einmal kommt, die Poolposition inne zu haben.

    Die Denke kann nicht O.K. sein.

  • "Deutschland verdient auch nach dem Beschluss der EZB für einen Kauf von Staatsanleihen der Euro-Krisenstaaten Geld beim Schuldenmachen."

    Fuer den Beschluss der EZB koennten wir noch ordentlich bezahlen. Wir bezahlten auch ohne diesen Beschluss schon ganze Zeit - nicht zuletzt gar die Buerger durch die Enteignung durch negative Realzinssaetze. Also was ist wirklich gewonnen?

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