Anleihe-Auktion geglückt

Landsmann Draghi hilft klammen Italienern

Italien platziert vergleichsweise günstig neue Anleihen am Kapitalmarkt. Geholfen hat dabei EZB-Chef und Landsmann Mario Draghi mit seiner Ankündigung, den Euro um jeden Preis retten zu wollen.
Update: 30.07.2012 - 13:36 Uhr 16 Kommentare
EZB-Chef Draghi: Wie weit wird er gehen? Quelle: AFP

EZB-Chef Draghi: Wie weit wird er gehen?

(Foto: AFP)

MailandItalien hat sich angesichts neuer Hoffnungen auf Anleihenkäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB) deutlich günstiger Geld leihen können. Bei der Auktion dreier Anleihen sammelte der klamme Staat am Montag insgesamt 5,48 Milliarden Euro ein. Die Einnahmen lagen damit am oberen Ende der angestrebten Spanne von 3,0 bis 5,5 Milliarden Euro. Dabei fiel der Zins für die richtungsweisende zehnjährige Anleihe mit 5,96 Prozent auf den niedrigsten Stand seit April, teilte die Finanzagentur mit. Ende Juni lag er noch bei 6,19 Prozent.

"Die Zinsen sind gesunken, das ist positiv", sagte Analyst Brian Barry von Investec. "Aber sie bleiben immer noch auf erhöhtem Niveau." Einen markanten Rückgang werde es nur geben, wenn die EZB ihren Worten auch Taten folgen lasse. "Wenn da nichts passiert, werden die Zinsen wieder steigen", sagte ING-Experte Alessandro Giansanti. EZB-Präsident Mario Draghi hatte vergangene Woche die Hoffnung auf ein stärkeres Eingreifen der Zentralbank im Kampf gegen die Schuldenkrise genährt. "Innerhalb unseres Mandats ist die EZB bereit, alles Erforderliche zu tun, um den Euro zu erhalten", sagte Draghi. "Und glauben Sie mir, das wird ausreichen." Sollten hohe Risikoaufschläge für Staatsanleihen von Krisenländern die Wirkung der Geldpolitik stören, "fällt das in unser Mandat".

Anleger und Experten spekulieren seither darauf, dass die EZB nun wieder Staatsanleihen von Krisenstaaten wie Italien kauft und so deren Zinskosten drückt. Klarheit über das Vorgehen der EZB dürfte der kommende Donnerstag bringen, wenn sich deren Ratsmitglieder in Frankfurt treffen. Der Zins der fünfjährigen italienischen Anleihe fiel mit 5,29 Prozent ebenfalls so gering aus wie seit April nicht mehr. Ende Juni mussten Anleger noch mit 5,84 Prozent gelockt werden. Der Zins für die dreijährige Anleihe lag bei 4,49 Prozent.


  • rtr
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16 Kommentare zu "Anleihe-Auktion geglückt: Landsmann Draghi hilft klammen Italienern"

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  • Draghi, du alte Märktesau, kapitulier´ doch endlich !

    http://www.dailymotion.com/video/xrble_walter-moers-der-bonker_music

  • Wir lieben Italien!
    Warum?
    Darum:
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/italien-misswirtschaft-und-korruption-fuehren-sizilien-in-die-pleite-a-846823.html

  • Der Hinweise auf die Landsmannschaft des EZB-Präsidenten ist wenig hilfreich.

  • Die Abrechnung müßte schon vor der Bundestagswahl, wo keiner Rot, Grün, Blau/Gelb oder Schwarz wählen sollte, passieren - in Form von Dauerstreik! Solange bis die Regierung endlich das macht, was bis dato immer nur bei den Wahlen und zum Wohle der Steuerzahler in Deutschland versprochen und zugesichert wurde! Die legendären montagsdemos haben es auch friedlich geschafft ein Land zur Aufgabe zu zwingen und das war mit Androhung von Militär geschehen, falls sich noch wer an die ganzen Panzer auf den Elbwiesen errinnert, die nur auf den Einsatz gewartet haben!

  • Draghi wurde in den letzten Wochen nahezu täglich von dem Paten Monti kontaktet, der ihm ein Angebot gemacht hat, das er nicht ablehnen kann!

    Im Übrigen haben sie alle, Draghi, Lagarde, Juncker, Barroso, van Rompuy, Schulz und Konsorten, jede Menge Schiss vor dem 12. September - der möglicherweise später einmal zu einem deutschen Befreiungstag mutieren könnte!

  • Was die Presse und interessierte Kreise aud den kurzen Londoner Bemerkungen Draghis 'mal wieder machen ist einfach lächerlich.

    Draghi hat bezüglich Anleihekäufen einfach nur die bestehende Linie der EZB bestätigt: Gekauft wird bei Marktstörungen - wenn die Preise die Fundamentaldaten nicht mehr wiederspiegeln.

    Und seine Aussage, er werde alles tun um den Euro zu verteidigen, ist doch nun wirklich bei einem EZB-Präsidenten eine Selbsverständlichkeit.

    Soll der EZB-Präsident vielleicht sagen, der Euro wäre ihm eigentlich egal?

    Soll der Pabst vielleicht sagen, der katholische Glaube wäre nicht wirklich wichtig und könnte unter Umständen auch aufgegeben werden?

  • in welchem Land existieren diverse Mafiastrukturen??in Italien??ja dann, kein Wunder, daß die sich gegenseitig helfen; eine Hand wäscht die andere!! Die deutschen Politiker sind sowas von blöd; wir zahlen mit ca. 29% den größten Topf der EZB und haben in der EZB (dank unserer blöden Politiker) nichts zu sagen!!!Die Abrecnung (liebe Politiker) kommt mit der BUndestagswahl im nächsten Jahr; ihr könnt euch schon mal einen neuen Job besorgen

  • Richtig, Petra, und deshalb wird das Deutsche Volk auch so schlau sein, die SPD zu verhindern. Hoffentlich kommen die Freien Wähler ins Parlament und Schäuble bleibt Finanzminister.

  • Völlig richtig! Normalerweise sollten die Politiker die Interessen des eigenen Volkes vertreten, das sie übrigens auch bezahlt! Leider klappt das in Deutschland nicht so wie in anderen ändern! Aber das Deutsche Volk hat es nicht besser verdient - absolut kein Mitleid, solange bei den Wahlen dann doch wieder die altbekannten Parteien mit ihren alle Jahr wiederkehrenden leeren Wahlversprechen gewählt werden, die dann kurz nach der Wahl ohnehin völlig egal sind und durch neue, bis dato unbekannte Umstände nicht mehr haltbar sind!
    JEDES VOLK HAT DIE REGIERUNG, DIE ES GEWÄHLT UND SOMIT AUCH VERDIENT HAT!

  • Na also, die Bekundungen Draghi-Hollande-Monti-Merkel wirken - Vertrauen am Anleihenmarkt schaffen.

    Panikmacher Juncker, Geithner, Blair etc ignorieren. Mehr Hilfen für klamme Staaten gibt's nicht, Reform-Tempo erhöhen, neue Ideen für den Arbeitsmarkt Spanien, Italien entwickeln (Teilzeit-Modell Holland, Deutsches Ausbildungs-System...) dann geht's wieder aufwärts!

    Und wenn's für Spanien zeitlich nicht mehr reicht -> Staatsinsolvenz -> Währungsreform -> Neuanfang

    Der Druck, BEGRENZT Hilfe bei Sanktionen zu erhalten, MUSS aufrecht erhalten werden, Griechenland hat fertig, das untermauert Vertrauen in die Notwendigkeit für Spanien, Italien, seine Reformen schnell und umfassend anzupacken, sollen sie doch etwas Tafelsilber verkaufen und ihre Yachten-Milliardäre an PATRIOTISMUS erinnern....sonst teilen sie das Schicksal Griechenlands, dass nun den Euro verlassen muss!

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