Anleihe-Auktion
Italien sammelt Milliarden ein

Italien hat den Anleihemarkt getestet. Die Auktion sechsmonatiger Papiere verlief vielversprechend - auch dank des billigen Geldes von der Notenbank. Doch richtig ernst wird es erst morgen.
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FrankfurtDie Geldspritze der EZB zeigt Wirkung: Die mit billigen Krediten in Hülle und Fülle versorgten Banken verliehen einen Teil des Geldes an Italien weiter. Sie begnügten sich dabei mit einer halb so hohen Rendite wie noch im November. Experten warnten aber vor verfrühtem Jubel, da die echte Nagelprobe für das hoch verschuldete Land erst noch komme. Dennoch reagierten die Märkte erleichtert. Der deutsche Aktienindex Dax drehte ins Plus, während der Eurokurs auf ein Tageshoch stieg. „Die hohe Nachfrage und die gesunkene Rendite haben stabilisierend gewirkt“, sagte ein Börsianer.

Die Auktion einer Anleihe mit sechsmonatiger Laufzeit spülte neun Milliarden Euro in die Staatskassen. Der durchschnittliche Zins lag mit 3,251 Prozent nur noch halb so hoch wie Ende November. Damals wurde mit 6,5 Prozent der höchste Zins seit Einführung des Euro fällig. Trotz der deutlich niedrigeren Rendite war die Nachfrage gut: Der Staat hätte auch 15,2 Milliarden Euro einnehmen können, so hoch waren die Angebote der Investoren. Die Auktion war damit 1,7-fach überzeichnet, einen Monat zuvor dagegen nur 1,5-fach.

„Die hohe Nachfrage kommt nicht völlig überraschend“, sagte ein Anleihenhändler. „Denn dank des billigen Zentralbankgeldes können Investoren mit dem Kauf dieser Papiere eine erkleckliche Marge erwirtschaften.“ Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Geschäftsbanken am 21. Dezember insgesamt 490 Milliarden Euro für bis zu drei Jahre geliehen - und das zu extrem niedrigen Konditionen, die sich am Leitzins orientieren. Dieser liegt derzeit auf dem Rekordtief von einem Prozent. Die Anleger honorierten zudem das 33 Milliarden Euro große Sparpaket, das Ministerpräsident Mario Monti kurz vor Weihnachten durch das Parlament bracht.

Weitere 1,733 Milliarden Euro nahm Italien mit der Versteigerung zweijähriger Anleihen ein. Hier fiel der Zins von 7,8 auf 4,85 Prozent.

Der nächste Test steht aber bereits bevor und dürfte schwerer zu bestehen sein: An diesem Donnerstag will Italien mit der Versteigerung von Anleihen mit Laufzeiten von drei und zehn Jahren bis zu 8,5 Milliarden Euro einnehmen. „Bei den zehnjährigen Papieren ist Italien mehr auf ausländische Investoren angewiesen“, sagte ING-Zinsstratege Alessandro Giansanti in London. So spät im Jahr diese Anleihen zu verkaufen, könnte sich als schwierig erweisen. Wegen der Schuldenkrise scheuen Investoren längerfristige Engagements und geben ihr Geld nur bei extrem hohen Risikoaufschlägen. Der Marktzins für zehnjährige italienische Staatsanleihen liegt derzeit bei 6,74 Prozent. Zum Vergleich: Für deutsche Papiere liegt er unter zwei Prozent.

Italien sitzt auf einem Schuldenberg von rund 1,9 Billionen Euro. Diese Summe entspricht 120 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Nur in Griechenland ist die Quote höher. Italien muss sich im kommenden Jahr 440 Milliarden Euro von Investoren holen, um alte Kredite abzulösen, Zinsen zu zahlen und die Haushaltslücke zu schließen. Je höher die Refinanzierungskosten sind, desto mehr muss die Monti-Regierung an anderer Stelle sparen.

Erschwert wird die Sanierung des Haushaltes von der Wirtschaftskrise. Das Bruttoinlandsprodukt wird nach Prognose des Mailänder Instituts REF 2012 um 1,5 Prozent schrumpfen. Für 2011 werde es noch zu einem Wachstum von 0,5 Prozent reichen. Trotz der Flaute geht die Denkfabrik davon aus, dass die Regierung des Staatsdefizit kräftig drücken kann. Demnach werde die Neuverschuldung 2012 von 4,0 auf 2,3 Prozent der Wirtschaftsleistung gedrückt. Die EU-Verträge sehen eine Obergrenze von drei Prozent vor.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Anleihe-Auktion: Italien sammelt Milliarden ein"

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  • Das ist wirklich lustig!
    ddrv2.de

  • Und was ist dann in sechs Monaten, liebe Euro-Optimisten? LACHHAFT!

  • .
    Korrektur

    Schön wärs,
    natürlich sind es nur 11 600 w/h und nicht 11 600 Kw/h.
    .

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