Anleihe-Auktion
Prämien statt Zinsen

Statt Zinsen zu zahlen, hat Deutschland erneut eine Prämie kassiert. Mit einer letzten Anleihe Auktion wurde erneut Geld in die Kassen gespült. Wolfgang Schäuble dürfte das freuen.
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Berlin Der Bund hat mit seiner letzten Anleihe-Auktion 2012 erneut Geld verdient. Statt wie üblich Zinsen an seine Geldgeber zu zahlen, kassierte er bereits zum 21. Mal in diesem Jahr eine Prämie. Fondsmanager rechnen damit, dass Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble auch 2013 mit niedrigen Zinskosten davonkommt.

Die Versteigerung von Schatzanweisungen mit zweijähriger Laufzeit spülte am Mittwoch gut 3,3 Milliarden Euro in die Staatskasse, teilte die mit den Schuldenmanagement beauftragte Finanzagentur mit. Damit nahm der Bund in diesem Jahr bei 70 Auktionen rund 264 Milliarden Euro ein. Das Geld wird benötigt, um alte Schulden zurückzuzahlen und das Defizit im Bundesetat zu schließen. Die statistisch errechnete Durchschnittsrendite betrug über alle Laufzeiten hinweg lediglich 0,56 Prozent. Das sei "außergewöhnlich", sagte ein Sprecher der Finanzagentur. "Die Suche nach Qualität und die hohe Liquidität der Anleihen hat dem Bund eine deutliche Kostenreduktion bei seiner diesjährigen Kreditaufnahme beschert."

Bei den jüngsten Schatzanweisungen lag die Durchschnittsrendite mit minus 0,01 Prozent einmal mehr im negativen Bereich. Bei der vorigen Auktion im November waren es minus 0,02 Prozent. Die Nachfrage blieb stabil: Sie übertraf das Angebot erneut um das 1,9-Fache.

Fondsmanager rechnen mit anhaltend niedrigen Kosten. "Es wird keinen kräftigen Anstieg der Zinsen geben", sagte Oliver Eichmann von der Deutsche-Bank-Tochter DWS, die ein Vermögen von 284 Milliarden Euro verwaltet, zu Reuters. "Der Finanzminister kann sich freuen." Ähnliches vermutet Stefan Barkhausen von Union Investment: "Auf Jahressicht erwarten wir ein Anhalten des Niedrigzinsumfeldes".

Allerdings sollte der Rückgang der Renditen zu einem Ende kommen, erwartet Eichmann. Bei kurzlaufenden Bundesanleihen könnten sie wieder im positiven Bereich landen, mit 0,1 oder 0,2 Prozent aber nicht allzu groß ausfallen. "Mit einem stärkeren Anstieg ist erst zu rechnen, wenn die großen Zentralbanken ein Ende ihrer extrem lockeren Geldpolitik signalisieren", so der DWS-Fondsmanager. "Das sehen wir im Moment aber nicht." Viele Experten erwarten sogar, dass die Europäische Zentralbank ihren Leitzins von derzeit 0,75 Prozent auf das Rekordtief von 0,5 Prozent senken wird, um die Konjunktur im Euro-Raum anzukurbeln.

Deutschland profitiert in der Schuldenkrise von seinem Status als sicherer Hafen. Alle drei großen Rating-Agenturen bewerten die Kreditwürdigkeit mit der Bestnote "AAA". "Die Nachfrage nach Bundesanleihen mit längerer Laufzeit dürfte hoch bleiben", erwartet Eichmann. "Es gibt nicht viele liquide Anleihen, die mit der höchsten Bonitätsnote AAA geratet werden." Für Investoren stehe nicht so sehr die Rendite im Vordergrund, sondern eher die Sicherheit der Papiere. Auch Liquidität sei wichtig. Je mehr Anleihen von einem Emittenten gehandelt werden, desto größer ist die Chance für Gläubiger, die Papiere bei Bedarf wieder abzustoßen. "Von Bundesanleihen können problemlos ein paar 100 Millionen am Tag verkauft werden", sagte der DWS-Experte. "Das geht mit norwegischen Anleihen nicht."

Die Marktzinsen für die richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihen liegen derzeit bei knapp 1,4 Prozent. Sie könnten sich im kommenden Jahr allerdings in Richtung 1,75 Prozent bewegen, erwartet Eichmann. "Eine Rendite von deutlich mehr als zwei Prozent können wir uns derzeit schlecht vorstellen."

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • 'Rechner' sagt
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    O-Ton Handelsblatt
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    Bund verdient mit Anleiheauktion 3,3 Mrd.
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    [...]

    Es gab schon öfter Anlaß das Handelsblatt dazu aufzufordern den Volontär der die Überschriften verbricht auszutauschen.

    Diese Artikelüberschrift bricht aber alle bisherigen Rekorde in Ignoranz.
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    Immerhin hat jemand (der Chefredakteur?) ein Einsehen gehabt und die Überschrift geändert.

  • 'Euro4ever' sagt
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    Mühselig immer wieder zu Betonen, wie sehr Deutschland vom Euro profitiert
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    Nicht nur mühselig, sondern vollkommen verkehrt:

    1. Die niedrigen Zinsen, mit denen Sie das wohl begründen wollen, sind zwar gut für die öffentlichen Haushalte aber schlecht für Sparer und sonstige Geldanleger. Es handelt sich dabei defakto um eine Sondersteuer für Sparer.

    2. Mit dem Euro haben die niedrigen Zinsen auch nichts zu tun. Die Zinsen sind in Japan sogar niedriger, in den USA und Großbritannien nur unwesentlich höher. Die niedrigen Zinsen liegen an einer Mischung an Manipulation der Finanzmärkte durch gesetzliche Eingriffe und Notenbanken, sowie an niedrigen Inflations- und Wachstumserwartungen.

    3. Der Euro hat Deutschland durch seine PIGS-verursachte Unterbewertung in den letzten 10 Jahren geschadet. Jedes Jahr, in dem wir 10% zu viel für Importe im Wert von 800 Milliarden Euro bezahlt haben hat deutschen Verbrauchern 80 Milliarden Euro gekostet - das sind 1000 Euro pro Nase und Jahr.

    +++

    Der Euro kann Deutschland erst dann von Nutzen sein, wenn wirtschaftliche Vernunft in die Knoblauchzone einzieht und damit durch eine bessere Bewertung des Euro günstigere Austauschverhältnissen einkehren.

  • Mühselig immer wieder zu Betonen, wie sehr Deutschland vom Euro profitiert.

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