Anleihe-Auktion
Spanien kommt günstig an frisches Geld

Das hochverschuldete Spanien zapft den Kapitalmarkt an - und bekommt mehr Geld als erwartet. Investoren hoffen offenbar auf die Zauberkräfte von EZB-Chef Mario Draghi. Wie lange die Hoffnung währt, ist aber ungewiss.
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MadridSpanien profitiert am Kapitalmarkt weiter von den Interventionsplänen der EZB. Bei der Versteigerung von Papieren mit Laufzeiten von drei und zehn Jahren teilte das klamme Land insgesamt knapp 4,8 Milliarden Euro zu, wie das Finanzministerium am Donnerstag in Madrid mitteilte. Damit lag das Auktionsvolumen über der angestrebten Zielspanne von 3,5 bis 4,5 Milliarden Euro. Zugleich fielen die Renditen für die zehnjährigen Papiere mit 5,67 Prozent deutlich niedriger aus als im August, als 6,65 Prozent fällig wurden.
Zudem war die Nachfrage höher als im vorigen Monat: Die Auktion für die Zehnjahres-Papiere war 2,8-fach überzeichnet, bei der Versteigerung im August überstieg die Nachfrage das Angebot um das 2,4-Fache. Die Versteigerung der Dreimonatspapiere im Volumen von 3,94 Milliarden Euro war 1,6-fach überzeichnet.

Die gelungene Emission sorgte auch für Entspannung am Rentenmarkt. Bei den bereits gehandelten zehnjährigen Papieren ging die Rendite auf 5,757 Prozent zurück von 5,767 Prozent unmittelbar vor Bekanntgabe der Auktionsergebnisse. Bei den dreijährigen Titeln lag sie bei 3,737 Prozent.
Experten führten das Interesse der Investoren bei der Platzierung der spanischen Anleihen am Primärmarkt auf die Aussicht zurück, dass die EZB dem Land in absehbarer Zeit beispringen dürfte: "Die Auktion verstärkt den Eindruck, dass sich der Markt auf das Anleihenprogramm der EZB einstellt", sagte Patrick Jacq von der Großbank BNP Paribas.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte mit der Ankündigung, unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfenden Ländern mit dem Ankauf von umlaufenden Anleihen beistehen zu wollen, für fallende Renditen von Schuldenstaaten wie Spanien und Italien gesorgt. Allerdings soll dieses Programm nur greifen, wenn sich die Länder auch zu Reformen verpflichten. Die Regierung in Madrid hat bereits Hilfen für Banken angefordert. Ministerpräsident Mariano Rajoy zögert jedoch, ob er auch ein volles Hilfsprogramm für das Land beantragen soll. Dies dürfte mit härteren Auflagen verbunden sein. Das belgische EZB-Ratsmitglied Luc Coene warnte bereits, falls Spanien zu lange zögere, drohe ein erneuter Anstieg der Renditen am Kapitalmarkt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Anleihe-Auktion: Spanien kommt günstig an frisches Geld"

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  • Das Deutschland auf das Niveau der Anderen gesenkt wird, ist offensichtlich: Griechenland wird niemand fallen lassen.
    Daher ist es auch ein todsicherer Zock italienische und spanische Anleihen zu kaufen. Damit wird man allerdings nur vorübergehend mehr verdienen als mit Edelmetall. Dennoch:
    Sollen doch die anderen zocken, wer hat, der hat. Am Ende wird abgerechnet.

  • "Investoren hoffen offenbar auf die >>>Zauberkräfte<<< von EZB-Chef Mario Draghi"

    Captain Niveau....ich hör dich singen.

  • Es ist fast so als würde man eine Komödie im TV anschauen die man schon zig mal gesehen hat.....ich habe dort vor 10 Jahren vor Ort über Jahre Firmen zertifiziert.....dieses Land war bereits damals (wo noch keiner darüber sprach) bankrott. Was wir jetzt sehen sind nur die Blüten die man jetzt mit Geld versucht zu ertränken aber es wird nichts helfen.

    Man kann Länder wie Spanien, Portugal, Italien, Griechenland und wie sie alle heissen, nicht in eine Währungsunion mit Deutschland stecken....und schon 10 mal nicht kann man diese Länder an die Leistung von Deutschland anpassen. Das EINZIGE was funktioniert ist, dass man Deutschland an deren Verhältnisse anpasst, jeden verarmen und misswirtschaften lässt und die Produktivität wie Qualität herunterschraubt.

    Dieser Prozess passiert gerade und man merkt dass auch das nicht funktioniert. Dieser EU Saftladen ist am absaufen, egal mit wieviel Geld.

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