Anleihe-Auktion
Spanien wird zum Problemfall

Spanien und Italien müssen für ihre Anleihen immer höhere Zinsen bezahlen. Langsam wird es eng für die Südeuropäer. Eile ist geboten. Der Preis für Kreditausfallversicherungen steigt und steigt.
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MadridIn der Schuldenkrise geraten die klammen Euro-Staaten Italien und Spanien kurz vor dem EU-Gipfel immer ärger in Finanznöte. Die beiden Länder mussten den Investoren am Dienstag für frisches Geld die höchsten Zinsen seit über einem halben Jahr bieten. Die zunehmend prekäre Lage der beiden Südländer dürfte am Abend auch Thema eines Vierergipfels in Paris sein, zu dem Frankreichs Finanzminister Pierre Moscovici seine Kollegen aus Deutschland, Italien und Spanien geladen hat: "Wir sind in der aktiven Phase der Vorbereitung des Gipfels", betonte Moscovici. Auch der Hilfsantrag Zyperns, das als fünftes Land unter den Euro-Rettungsschirm flüchten will, dürfte Thema sein. Der Inselstaat braucht wohl bis zu zehn Milliarden Euro und damit mehr als die Hälfte der eigenen Wirtschaftsleistung.

Bei der ersten Auktion nach dem Rettungsantrag Spaniens für den maroden Bankensektor stiegen die Renditen auf das höchste Niveau seit November. Die Zinsen für Dreimonatspapiere verdreifachten sich nahezu im Vergleich zur letzten Auktion im Mai. Spanien hatte den seit längerem erwarteten Rettungsantrag Anfang der Woche offiziell in Brüssel eingereicht, ohne allerdings eine genaue Summe zu nennen. Grundlage soll das vergangene Woche vorgelegte Ergebnis einer Untersuchung durch private Wirtschaftsprüfer sein. Diese haben eine Kapitallücke von maximal 62 Milliarden Euro ermittelt. Rasche Klarheit ist jedoch nicht zu erwarten: Die Verhandlungen zum Rettungspaket werden nach den Worten von Wirtschaftsminister Luis de Guindos einige Zeit in Anspruch nehmen. "Dies ist ein sehr komplexes Paket, die Verhandlungen werden dauern", betonte De Guindos bei einer Parlamentsanhörung.

Erst am Montagabend erhielt Spanien den nächsten Nackenschlag: Die Ratingagentur Moody's stufte die Kreditwürdigkeit von 28 spanischen Banken herabstufte. Die Bewertungen der Geldhäuser rauschten um eine bis vier Stufen nach unten. Moody's begründete den Schritt mit der gesunkenen Bonität Spaniens, die von der Agentur erst kürzlich ebenfalls kräftig heruntergestuft wurde. Zudem drohten den Banken höhere Verluste aus der schweren Immobilienkrise in dem Land.

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  • @Ferdinand: Ich glaube nur an Statistiken, die ich selbst gefälscht habe. Gemäss TINSA-Immobilienpreisindex (IMIE) sind Preise um 31% gefallen. Wenn Sie aber wirklich etwas verkaufen wollen müssen Sie auch mal ruhig einen Discount von 60% einpreisen. Selbst wenn wir von einem Gefälle von 30% ausgehen, sieht die Situation schlimm aus. Wenn man jetzt aber den ganzen anderen Schrott inklusive spanische Anleihen hinzurechnet sieht es düster aus.

  • Die Immobilienpreise sind seit dem Höchststand 2008 im Schnitt "nur" um 22,5% gefallen. Es sind bereits hohe Abschreibungen erfolgt; möglicherweise zu wenig, weil die Banken tatsächlich zu zögerlich sowohl bei den Wert-berichtigungen als auch bei der Veräußerung ihres Immobilienpotfolios vorgehen weil sie eben auf staatliche Hilfe spekulieren um damit Zeit zu gewinnen. Deswegen bin ich dagegen, daß die Unterstützung der Banken über die Staaten geregelt werden.

  • @Ferdinand:
    Weshalb schreibt man die Assets jetzt nicht ab. Die Immobilienpreise sind bereits um mehr als 60% gefallen. Die spanischen Banken müssten schon jetzt und nicht in vier Jahren allein auf Immobilienkredite 280 Milliarden abschreiben. Auch nicht zu vergessen sind die spanischen Staatsanleihen und anderer Schrott. Aber man kann sich immer irgendwelche Annahmen aussuchen und irgendwelche Simulationstests durchführen. Ich als Prüfer / Berater muss dafür sorgen, dass mein Auftraggeber zufrieden ist und ich keine Gesetze breche. Durch lasche Buchhaltungsregeln etc. machen wir das nicht. Wir biegen halt alles so hin, dass es passt

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