Anleihe-Check
Eterna setzt auf Finanzspritzen von Investoren

Der Hemdenhersteller Eterna verzichtet auf Bankdarlehen und leiht sich lieber Geld von Investoren. Keine schlechte Idee, finden Experten. Denn so schafft sich das Unternehmen den nötigen strategischen Freiraum.
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FrankfurtEs ist noch kein halbes Jahr her, da feierte Seidensticker sein Debüt am Markt für Mittelstandsanleihen. Binnen eines Tages war der Bond siebenfach überzeichnet. Heute folgt Konkurrent Eterna. 35 Millionen Euro wollen die Passauer für fünf Jahre einsammeln und bieten dafür acht Prozent Zinsen. Das ist auch für eine Mittelstandsanleihe viel - 0,875 Prozentpunkte mehr als Seidensticker zahlt.

Dafür ist das Rating der Agentur Creditreform für Eterna mit „BB-“ zwei Stufen schlechter als das für Seidensticker. Zur Begründung heißt es: „Die Finanzsituation der Eterna stellt sich aktuell als vergleichsweise schwierig dar, da hohe Schulden und ein erheblicher Kapitaldienst die Finanzkraft des Unternehmens zu überfordern drohen.“

Dabei ist die von Creditreform ausgewiesene Eigenkapitalquote von 32 Prozent noch großzügig bemessen. Sie zählt ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von 28 Millionen Euro dazu. „Das ist wegen der vorhandenen Rangrücktritts- und Eigenkapitalbelassungsvereinbarung zwar vertretbar. Allerdings ist das Darlehen an die Laufzeit von Bankkrediten gekoppelt. Diese laufen momentan ein halbes Jahr vor der Anleihe aus“, sagt Dieter Pape von der Ratingagentur URA. Ohne das Darlehen wäre die Eigenkapitalquote einstellig.

Die hohe Verschuldung stammt allerdings nicht aus dem laufenden Geschäft, sondern wurde Eterna von den Finanzinvestoren Alpha und Quadriga Capital aufgebürdet. 2006 übernahmen diese Eterna von dem Modeunternehmen Ahlers in einer fremdfinanzierten Übernahme (Leveraged Buy-out). Der Kaufpreis führt zudem zu jährlichen Abschreibungen, die das Konzernergebnis ins Minus drücken.

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